So viele Geburten wie zuletzt 1997, aber so wenige Hochzeiten wie seit dem Ersten Weltkrieg nicht mehr: Das zweite Corona-Jahr 2021 sorgt für interessante Daten bei Deutschlands Familien. Es wurden rund 795.500 Kinder geboren und damit so viele wie seit 24 Jahren nicht mehr, wie das deutsche Statistische Bundesamt am Donnerstag zu vorläufigen Berechnungen mitteilte. Damit stieg die Geburtenzahl im Vergleich zum Durchschnitt von 2018 bis 2020 um 2,0 Prozent. In den Monaten Februar (+4,3 Prozent), März (+7,3 Prozent) sowie Oktober (+3,3 Prozent) und November (+4,7 Prozent) war die Geburtenzahl deutlich höher als im Schnitt der drei vorigen Jahre. Von Mai bis Juli 2021 lag sie leicht darunter. 2020 und auch Anfang 2021 haben viele Menschen wegen Lockdowns verstärkt von zuhause gearbeitet.

In Westdeutschland stiegen die Geburtenzahlen zum Durchschnitt von 2018 bis 2020 um 3,3 Prozent. Im Osten hingegen sank die Zahl um 5,1 Prozent – "unter anderem aufgrund der abnehmenden Zahl potenzieller Eltern", erklärten die Statistiker. Deutschlandweit bekamen relativ gesehen vor allem Mütter von zwei Kindern verstärkt Nachwuchs.

Im Gegensatz zum Geburtenrekord fiel die Zahl der Eheschließungen in Deutschland 2021 auf einen historischen Tiefstand. Es heirateten nur etwa 357.800 Paare und damit 15.500 oder 4,2 Prozent weniger als 2020. "Weniger Eheschließungen wurden auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik lediglich während des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1915 bis 1918 registriert", erklärte das Amt. Für die Kriegsjahre 1944 und 1945 lägen keine Daten vor. Im vergangenen Jahr wurden 349.000 Ehen (2020: 363.000) zwischen Mann und Frau geschlossen und 8700 Ehen (2020: 9900) zwischen Personen gleichen Geschlechts.

Im Osten sank die Zahl der gesamten Eheschließungen mit 8,6 Prozent stärker als im Westen mit 3,5 Prozent. Hierzu dürfte auch beigetragen haben, "dass in Ostdeutschland derzeit die Zahl der Menschen im Alter um 30 Jahre abnimmt", hieß es. (reuters)