Zur Vorbeugung von schwarzem und weißem Hautkrebs ist täglicher Sonnenschutz wichtig, nicht nur im Urlaub. Frauen verwenden oft Tagescremen mit enthaltenem Lichtschutz, Männer aber seltener, sagte Hautärztin Tamara Kopp am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Vereins big5health zum Monat der Hautgesundheit Mai. Einmal im Jahr sollte eine Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt durchgeführt werden. Die Jahreszeit sei für die Muttermalkontrolle egal, "Hauptsache man macht sie".

Sonnenschutz ist wichtig "von Anfang an", betonte Kopp. "Wir können vorbeugen, das ist ein großes Plus", sagte die Medizinerin in Bezug auf Hautkrebs. Dieser sei bei früher Erkennung gut heilbar. Abgesehen von einer jährlichen Kontrolle sollte eine Hautärztin-oder -arzt aufgesucht werden, wenn sich ein Muttermal verändert, schnell wächst, verschiedene Farben oder unregelmäßige Ränder aufweist, riet die in Wien tätige Dermatologin.

Auch Daisy Kopera, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologische Kosmetik und Altersforschung, empfahl "täglichen Lichtschutz an allen UV-exponierten Stellen" und nicht nur im Sommerurlaub daran zu denken. Sie befasse sich nicht mit der "schmückenden Kosmetik", sondern mit dem Erhalt der Hautgesundheit und der Jugendlichkeit, betonte die Universitätsprofessorin. Die Hautalterung beginne leider schon mit dem 20. Lebensjahr. Dies werde durch Umweltfaktoren beschleunigt, vor allem UV-Licht verschnellert die Hautalterung und verursacht Hautkrebs, warnte sie.

Ein weiterer Schwerpunkt des ausgerufenen Monats der Hautgesundheit ist die Atopische Dermatitis, auch als Neurodermitis oder Ekzem bezeichnet. Es handle sich um eine Entzündung der Haut, berichtete Matthias Schmuth, Leiter der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Innsbruck. Vor allem bei Kindern seien bis zu zehn Prozent betroffen, weil das Immunsystem und die Hautbarriere noch anfälliger sind. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen je nach Ausprägung von Salben über Lichttherapie bis zu Tabletten und Spritzen Behandlungen in schweren Fällen. Erste Anlaufstelle sei der Hausarzt und dann eine Überweisung an einen Hautarzt.

Hautpflege ist generell wichtig, aber insbesondere bei Neurodermitis, betonte Kopp. Patientinnen und Patienten mit Neurodermitis hätten oft trockene, empfindliche Haut und brauchen andere Pflege als beispielsweise Teenager mit öliger Haut und Akne, erläuterte die Dermatologin. Alle Personen sollten ein auf ihren Hauttyp abgestimmtes Verhältnis von Fett und Feuchtigkeit bei der Pflege wählen, empfahl ihre Fachkollegin Kopera. Außerdem sollten Hautpflegeprodukte ohne Duftstoffe verwenden, da Duftstoffe ein allergenes Potenzial haben, rieten die Expertinnen. (apa)