Unternehmen, die ihre Leistung verbessern wollen, sollten Frauen in die Vorstandsetage holen. Dieser Schluss lässt sich aus einer Studie des Complexity Science Hub Vienna (CSH) zum Zusammenhang zwischen Frauen im Vorstand und der Ertragskraft anhand japanischer Firmen ziehen.

Laut der Analyse im Fachjournal "International Review of Financial Analysis" schneiden Betriebe mit weiblichen Vorstandsmitgliedern besser ab. Die Studie stützt sich auf Daten von 4.000 börsennotierten Unternehmen in Japan. Laut dem Hauptautor Matthias Raddant vom CSH handelt es sich um eine der größten Stichproben, die für entwickelte Volkswirtschaften analysiert wurden.

Management-Qualität

Das Team hat sowohl den Konnex zwischen wirtschaftlicher Performance und Frauenanteil auf Führungsebene und die Entwicklung einer Gruppe weiblicher Vorstandsmitglieder und ihrer beruflichen Netzwerke untersucht.

Während es im deutschsprachigen Raum üblicherweise einen Vorstand und einen Aufsichtsrat gibt, "orientiert Japan sich am US- System und hat nur ein ‚corporate board‘ für die langfristige Strategie des Unternehmens", erklärt Raddant. Dieses "board" bestünde oft aus etwa zehn leitenden Angestellten und zwei bis drei externen Personen.

Der Frauenanteil in den Vorständen der untersuchten japanischen Firmen ist mit acht Prozent (2020) zwar gering (zum Vergleich: In den USA liegt er bei einem Drittel). Laut Studie würden jedoch weibliche Vorstandsmitglieder andere Frauen fördern. Und Frauen im Vorstand bringen wirtschaftliche Vorteile: Firmen mit mindestens einem weiblichen Vorstandsmitglied schneiden bei der Ertragskraft besser ab als solche ohne Frauen im Vorstand. Die Wissenschafter halten es für wahrscheinlich, dass dies mit der Qualität des Managements zusammenhängt.