Die Übersterblichkeit, zu der es im Zuge der Covid-19-Pandemie gekommen war, hängt offenbar großteils mit den Durchimpfungsraten zusammen, wie nun eine neue US-Studie zeigt. Unter vergleichbaren Staaten schneidet Österreich im Zeitraum von Juni 2021 bis März 2022 viel besser als die USA ab, liegt aber sonst im hinteren Feld.

Forschende um Alyssa Bilinski von der Brown School für öffentliche Gesundheit in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island haben aus den US-Statistiken sowie aus Informationen der WHO, OECD und Our World in Data Covid-19-Durchimpfungsraten und die Übersterblichkeit nach der ersten Welle der Pandemie analysiert. "Das umfasste die Delta-Variante und die Omikron-Winterperiode", schreiben die Wissenschafter im Fachblatt "Jama" - Journal der American Medical Association. In der Untersuchung verglichen wurden die Daten zur Übersterblichkeit aus allen Ursachen - also nicht allein Covid-19.

Neuseeland führt Liste an

Demnach kam es in den USA zu einer besonders hohen Übersterblichkeit. Im gesamten Land kam es bei einer Durchimpfungsrate von nur 63 Prozent zu 145,5 mehr Todesfällen aus allen Ursachen pro 100.000 Einwohner.

Am besten unter den insgesamt 20 verglichenen Ländern bzw. Regionen (17 Staaten außerhalb der USA sowie die USA insgesamt und die beiden je zehn Bundesstaaten umfassenden Regionen) schnitt Neuseeland ab: Nur 5,1 mehr Todesfälle aus allen Ursachen pro 100.000 Einwohner (Durchimpfungsrate: 75 Prozent). Das liegt deutlich unter allen anderen Ländern. An zweiter Stelle folgt Schweden mit 32,4 zusätzlichen Todesfällen/100.000 Einwohner (70 Prozent Durchimpfungsrate), an dritter Stelle Belgien (33,9/100.000; 76 Prozent Durchimpfungsrate). Neuseeland hatte eine rigorose Quarantäne- und Impfpolitik betrieben. Auf der anderen Seite war Schweden zu Beginn der Covid-19-Pandemie immer wieder wegen seines liberalen Zugangs kritisiert worden.

Österreich an 17. Stelle

Spanien hatte bei einer Durchimpfungsrate von 80 Prozent immerhin noch eine Übersterblichkeit von 42,5 Fällen pro 100.000 Einwohner. Österreich findet sich nur an 17. Stelle unter den 20 verglichenen Positionen, mit 74 Prozent Durchimpfungsrate und eine Übersterblichkeit von 72,9 pro 100.000 Einwohner. Durchwegs drastisch ist der Unterschied zwischen Delta- und Omikron-Variante. In Österreich lag die Übersterblichkeit durch Delta bei 65,4 Todesfällen je 100.000 Einwohner, während der Beobachtungszeit der Omikron-Welle nur bei 7,5 je 100.000 Einwohner.

Die Übersterblichkeit durch Covid-19 hing laut den Experten deutlich von den erzielten Durchimpfungsraten ab. Sie berechneten, dass vergleichbare Durchimpfungsraten in den USA wie in den anderen Staaten zwischen rund 155.000 und 360.000 Covid-19-Todesfälle verhindert hätten. Bei der Gesamtmortalität hätte das zwischen rund 210.000 und 466.000 weniger Todesfälle bedeutet.