Forscher haben neue Studiendaten zum großen Hoffnungsträger der US-Firma Biogen und des japanischen Partners Eisai im Kampf gegen die Demenzerkrankung Alzheimer veröffentlicht.

Das bereits an der Börse vor einigen Wochen als womöglich großer Erfolg gefeierte Mittel Lecanemab zeigte in den Tests positive Ergebnisse, wie die Forschenden im "New England Journal of Medicine" berichteten. Jedoch gab es auch bei vielen Patienten massive Nebenwirkungen. Das Team empfahl daher weitere, längere Studien. Fachkreise reagierten laut dem "Wall Street Journal" besorgt, auch weil es Todesfälle in Verbindung mit der Einnahme des Mittels gegeben haben soll. Hersteller Eisai wiederum betonte, dass die Todesfälle nicht auf die Behandlung zurückgehen würden.

Das von Biogen gemeinsam mit dem Partner Eisai erforschte Lecanemab hatte in der Studie mit fast 1.800 Menschen mit Alzheimer im Frühstadium den Abbau der kognitiven Fähigkeiten über den Zeitraum von 18 Monaten um 27 Prozent verlangsamt im Vergleich zu einem Placebo. In über einem Fünftel der Fälle traten jedoch den Angaben zufolge Hirnblutungen oder -schwellungen auf - im Vergleich zu nur gut zehn Prozent mit Placebo, berichteten die Forscher.

Das Mittel sorgt nun für Diskussion. Mediziner erklärten in dem Bericht, die neuesten Daten seien wahrscheinlich gut genug, um eine Zulassung zu stützen. Gleichzeitig stellten die Experten infrage, ob die Wirksamkeit des Mittels hoch genug sei, um die potenziellen Schäden aufzuwiegen. "Noch weiß niemand, ob der Nutzen klinisch bedeutsam sein wird", sagte Samuel Gandy, Professor für Neurologie und Psychiatrie in New York, dem Blatt. Die Unternehmen haben bereits bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die bedingte Zulassung beantragt. Eine Entscheidung wird bis zum 6. Jänner erwartet.

Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz. Die Nervenzellen im Gehirn sterben ab, was zu Vergesslichkeit, Verwirrtheit, Sprachstörungen oder Orientierungslosigkeit führt. Die Krankheit schreitet langsam fort, sodass der Alltag für die Betroffenen zunehmend schwerer zu bewältigen wird.(dpa/apa)