UN-Generalsekretär António Guterres spielte laut dem Fachblatt "Nature" 2022 eine herausragende Rolle in der Wissenschaft. Als "Gewissen der Welt" setze er sich dafür ein, dass die Nationen Krisen wie den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den Klimawandel bewältigen, heißt es zur Begründung. Zu seinen Qualitäten gehörten mutige und direkte Äußerungen, wie jüngst bei der Weltklimakonferenz (COP27) in Ägypten: "Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle - mit dem Fuß auf dem Gaspedal." Guterres benenne Fehler, wenn er sie sehe.

Gewürdigt wird mit Saleemul Huq, Direktor des "International Centre for Climate Change and Development" in Dhaka, Bangladesh, noch ein weiterer Klimakrisen-Mahner. Er habe geholfen, den Industriestaaten Zugeständnisse dahin gehend abzuringen, Entwicklungsländer für Verheerungen durch den Klimawandel zu entschädigen. Ebenfalls auf der illustren Liste findet sich die Leiterin der ukrainischen Delegation des Weltklimarats, Svitlana Krakovska. Sie habe aufgezeigt, wie sehr die russische Aggression gegen ihr Heimatland auch mit der Abhängigkeit der Welt von fossilen Energieträgern zusammenhängt.

Die gewählten Persönlichkeiten stünden für wesentliche Entwicklungen 2022, so das Fachmagazin. Zu den weiteren bedeutenden Wissenschaftern zählt es den chinesischen Forscher Yunlong Cao, der geholfen habe, die Veränderungen des Erregers Sars-CoV-2 besser zu verstehen. Ebenso Lisa McCorkell, die die Erforschung von "Long Covid" vorangetrieben habe. Auch die Astronomin Jane Rigby findet sich unter den Top-Forschern. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Weltraumteleskop "James Webb" ins All zu bekommen. Genannt wird auch der Chirurg Muhammad Mohiuddin, der ein genetisch verändertes Schweineherz einem Menschen eingepflanzt hatte.

Unter den Top-Ten findet sich Dimie Ogoina von der Niger Delta University: Sie konnte wichtige Informationen liefern, um dem Mpox-Ausbruch entgegenzuwirken. Soziologin Alondra Nelson habe der US-Regierung bei der Entwicklung ihrer wissenschaftspolitischen Strategie geholfen. Mit Daten zur erwartenden Entwicklungen beim umstrittenen Kippen des US-Rechts auf Abtreibungen konnte die Demographin Greene Foster aufwarten.(dpa)