Marcus Säemann, Thomas Weichhart und ihr Team von den Unikliniken für Innere Medizin II und III sowie von der Abteilung für Medizinische Genetik haben 2008 ihre Arbeit im Journal "Immunity" publiziert. Sie beschäftigt sich damit, wie mTOR Entzündungsreaktionen steuert.

Bei mTOR handelt es sich um jenes Protein, welches der Angelpunkt für das Immunsuppressivum Rapamycin ist. Es registriert Signale bezüglich des Nahrungs- und Energiestatus der Zellen. Das Protein reguliert so Zellwachstum und Zellteilung. Wirkstoffe wie Rapamycin, Temsirolimus und Everolimus blockieren damit auch die Zellteilung. Everolimus wird zum Beispiel in der Therapie von bisher schlecht behandelbaren Nierenkarzinomen eingesetzt. Es handelt sich um ein neues Wirkprinzip gegen bösartige Tumoren. Der TOR-Signalweg ist bei einigen Krebserkrankungen mutiert und bewirkt damit das außer Kontrolle geratende Wachstum von bösartigen Zellen.

Neue Chancen gegen Krebs und für Impfstoffe

Weichhart: "Die Studie zeigt eine Möglichkeit, warum Rapamycin in der Krebstherapie so erfolgreich ist. Die Ergebnisse von Säemann und mir weisen auch auf neue Möglichkeiten hin, Impfstoffe mithilfe von Rapamycin zu optimieren."

Die Arbeit der Wiener Wissenschafter hat viele andere potenzielle Schlussfolgerungen. Entzündungen sind eine notwendige Reaktion auf verschiedenste äußere Reize wie Bakterien- und Vireninfektionen, aber auch bei der Krebsentstehung.