Wien. Es hätte ein Naturversuch werden sollen, wie das Ökosystem Donauauen und die Schifffahrt vereinbar sind. Nun spaltet er die Umweltschützer.

In Vorbereitung auf das Flussbauliche Gesamtprojekt wollte die "Via Donau" des Verkehrsministeriums noch dieses Jahr ihren Versuch starten. Dabei sollten auf einem drei Kilometer langen Donauabschnitt bei Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich Methoden gegen die Eintiefung der Sohle und somit die Austrocknung der Auen getestet werden.

Anfangs klar dagegen, spricht sich der WWF jetzt für den Naturversuch aus - unter Berücksichtigung mehrerer Maßnahmen, wie sie betont. Unter anderem soll ein unabhängiges Wissenschaftergremium das Projekt kontrollieren und die Öffentlichkeit laufend informiert werden.

Ein Kompromiss, den der Umweltdachverband nicht eingehen will. Er kritisiert nicht nur den Versuch, sondern auch den WWF, weil er "Hindernisse nicht mehr sehen will". Sei doch das Projekt in Wahrheit "rechtlich tot" - im Februar hatte Niederösterreich eine Überarbeitung gefordert. "Da es keine eindeutige Stellungnahme der Umweltorganisationen gibt, haben wir die ,Via Donau aufgefordert, die Vorschläge zu prüfen und wenn möglich zu berücksichtigen", sagt Friedrich Zibuschka, Verkehrsreferent in Niederösterreich. "Wir entscheiden im Herbst über den Versuch."

Flussbett vertieft sich


Der Nationalpark Donauauen steht hinter dem Projekt. Konkret möchte die "Via Donau" Schotter zur Stabilisierung des Flussbetts einbringen. Dieses vertieft sich um mehrere Zentimeter jährlich, unter anderem weil Kraftwerke Schottermaterial zurückhalten.

Das Flussbauliche Gesamtprojekt kostet 220 Millionen Euro. Es bildet den Hauptteil des Nationalen Aktionsplans Donauschifffahrt, der 480 Millionen Euro kostet und - neben EU-Förderungen - vom Bund bezahlt wird.