Sonnenchronik: Die Verkürzung der lichten Tage für Wien schreitet weiter fort, von 13 Stunden 26 am 1. auf 11 Stunden 45 Minuten am 30. Am 23. um 11.05 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit kreuzt die Sonne in Widerspiegelung des Erdumlaufes den Himmelsäquator und erreicht den Anfang des Tierkreiszwölftes Waage. Damit beginnt der astronomische Herbst, es gibt "Tagundnachtgleiche". Weil aber Auf- und Untergang der Sonne für die Stellung ihres Oberrandes und nicht ihrer Mitte im mathematischen Horizont bestimmt wird, dauert der lichte Tag dann nicht 12, sondern auch dank der Strahlenbrechung in der Lufthülle 12 Stunden 9 Minuten.

Die Bürgerliche Dämmerung, gezählt vom Sonnenuntergang bis zum Erscheinen der ersten Sterne bei 6 Grad Sonnentiefe, dauert 31 Minuten. Die nautische Dämmerung, bei deren Ende es mit Sonnentiefe 12 Grad fast ganz Nacht ist, verkürzt sich von 1 Stunde 11 auf 1 Stunde 7 Minuten.

Im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg in Wien 23 bei der Wotruba-Kirche zieht die Sonne - gesehen von der Plattformmitte - von der Querarm-Kerbe an der Ostsäule über die mittlere Marke am Südpfeiler bis zur Querarm-Kerbe an der Westsäule. Die helle Mitte des von der Lochscheibe am Nordmast geworfenen Schattens wandert mittags über den Fuß des Schrägmastes. Anfang und Ende der Dämmerungen sind übrigens für das ganze Jahr an einer Tafel am Nordpfeiler von 4 zu 4 Tagen angeschrieben. Näheres im Begleitband zum Freiluftplanetarium, Zusendeauftrag ist der Eingang von 13,30 Euro auf PSK 93 053 136, BLZ 60000.

Mondchronik: Ganz schmal steht die zunehmende Mondsichel am Abend des 1. tief im Westsüdwesten. Im Schlangenträger erreicht der Mond am 4. das Erste Viertel und zieht tags darauf in niedrigster Bahn vom Aufgang bis zum Untergang. Dabei sorgt die perspektivische Schwankung der Mondkugel, die Libration, für ein möglichst randfern erscheinendes Mare Crisium. Am 12. tritt der Vollmond in den Fischen ein und wegen der Libration liegt der Mondsüdpol randfern. Nahe Jupiter finden wir den Mond am 16. und 17. In höchster Bahn zieht er am 19. im Stier über den Himmel und erreicht im Orion am nächsten Tag das Letzte Viertel. Wieder bedingt es die Libration, dass am 22. der Fleck Grimaldi randfern steht; tags darauf finden wir den Mond beim Mars. Tief in der östlichen Morgendämmerung des 26. steht die feine Altlichtsichel, die letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond. Die Libration hat dann auch den Mondnordpol möglichst randfern gerückt. Am nächsten Tag tritt der Neumond ein und das letzte Mondereignis im September ist die zarte Neulichtsichel, die am 29. tief in der westsüdwestlichen Abenddämmerung steht.