London/Wien. (est/dpa) US-Astronomen haben die bisher größten Schwarzen Löcher im Kosmos aufgespürt. Sie besitzen jeweils zehn Milliarden Mal so viel Masse wie unsere Sonne, berichten Nicholas McConnell und sein Team von der University of California in Berkeley. Die beiden Masse-Monster sitzen im Zentrum zweier ungefähr gleich weit entfernten Galaxien.

Das zuvor größte bekannte Schwarze Loch bringt es auf rund sechs Milliarden Sonnenmassen. Frühere Beobachtungen hatten bereits darauf hingewiesen, dass es auch größere Schwarze Löcher geben müsse. Sie ließen sich aber nicht ausfindig machen. Mit Hilfe der Teleskope "Gemini North" und "Keck 2" auf Hawaii sowie des "Hubble"-Teleskops der US-Weltraumbehörde Nasa haben die Forscher nun unvermutet zwei massereiche Schwarze Löcher entdeckt.

9,7 Milliarden Sonnenmassen


Im Zentrum der besonders hellen Galaxie NGC 3842, die 320 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist, befinde sich ein Schwarzes Loch von 9,7 Milliarden Sonnenmassen, berichten die Forscher in "Nature". Ein vermutlich noch größeres Masse-Monster liege in NGC 4889 rund 335 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. "Wir haben diese Galaxien anvisiert, weil sie sehr hell sind und noch nahe genug für direkte Beobachtung liegen. Die Schwarzen Löcher sind allerdings signifikant größer, als unsere Berechnungen vorhergesagt hatten und als die Eigenschaften der Galaxien erwarten ließen", so McConnell. Das lege nahe, dass die Wachstumsprozesse großer Galaxien und ihrer Schwarzen Löcher sich von jenen kleinerer Galaxien unterscheiden.

Ein Schwarzes Loch ist ein astronomisches Objekt, in dessen Nähe die Gravitation extrem stark ist. Es gibt einen inneren Raumbereich, in dem die Raumzeit so stark verzerrt ist, dass nichts von innerhalb nach außerhalb gelangen kann. Supermassereiche Schwarze Löcher können die milliardenfache Sonnenmasse haben und befinden sich vermutlich in den Zentren der meisten Galaxien. Wie sie entstanden sind und wie ihre Entstehung mit der Entwicklung der Galaxien zusammenhängt, ist Gegenstand der aktuellen Forschung.