Wien.

Das Gehirn: Eine große Herausforderung für die Medizin. - © © Allen Bell/Corbis
Das Gehirn: Eine große Herausforderung für die Medizin. - © © Allen Bell/Corbis
(gral) Demenz, Parkinson und Schlaganfall - alles Krankheiten des Alters - nehmen aufgrund der Jahr für Jahr steigenden Lebenserwartung rapide zu. Früherkennung macht sich auch auf diesem Gebiet der Medizin, der Neurologie, bezahlt, wie die Studienlage zeigt: Bereits eine Verzögerung des Beginns von Demenz um zwei bis drei Jahre kann die Krankheitshäufigkeit um bis zu 40 Prozent reduzieren, erklärte Franz Fazekas, Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie an der Meduni Graz, am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs anlässlich der 10. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN), die von 14. bis 17. März in Graz stattfindet.

"Denn viele Menschen würden den Ausbruch der Erkrankung gar nicht mehr erleben", betonte Reinhold Schmidt, Tagungspräsident und Leiter der Klinischen Abteilung für Spezielle Neurologie an der Meduni Graz. Seinen Angaben zufolge werden im Jahr 2035 rund drei Millionen Österreicher über 60 Jahre sein.

Während im Jahr 1951 in Österreich noch 35.000 Menschen an Demenz litten, sind es heute bereits 100.000, in 40 Jahren werden es 235.000 sein. Nach Schätzungen aus den USA wird sich die Zahl der Parkinson-Patienten in den kommenden 25 Jahren verdoppeln.

Neue Biomarker zur Früherkennung entdeckt


Die Forschungen im Bereich der Früherkennung sind schon weit gediehen. So können durch neu entdeckte Biomarker Frühformen von Demenzerkrankungen identifiziert und damit behandelt werden. Ähnliche Entwicklungen gibt es auch für Morbus Parkinson. Zwar ist bei diesen neurodegenerativen Erkrankungen keine Heilung möglich, allerdings kann der Krankheitsverlauf mittlerweile drastisch verzögert werden, erklärte der ÖGN-Präsident Eduard Auff, Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie.

Im September 2013 wird die Bundeshauptstadt der Austragungsort des Weltkongresses für Neurologie sein. Auff erwartet in Wien mehr als 7000 Experten aus aller Welt, "was den exzellenten Ruf der österreichischen Neurologie" aufzeige.