Auch Wahrnehmung spielt eine Rolle in der Gesundheit. Foto: bb
Auch Wahrnehmung spielt eine Rolle in der Gesundheit. Foto: bb

Eine wesentliche Rolle spielen dabei Opioide. Das sind körpereigene Botenstoffe zur Verarbeitung von positiven und negativen Reizen. Sie werden in den Nervenzellen des Gehirns und Rückenmarks gebildet und zwischen den Nervenzellen ausgeschüttet. Endorphine, die mitverantwortlich gemacht werden für die Entstehung von Euphorie, binden dort an Empfänger - die mü-Opioid-Rezeptoren. Wenn Naloxon, ein Gegenspieler der Opioide, ins Blut gespritzt wird, besetzt es die mü-Opioidrezeptoren an den Nervenenden. Dadurch kann sich Endorphin vorübergehend nicht an sie binden.

Forscher des Collegium Helveticum der ETH und Universität Zürich haben sich dieses System angeschaut. Ihre These: Erzeugt man bei Menschen positive Emotionen, schütten ihre Körper Opioide aus und erhöhen die Schmerztoleranz. Werden die Rezeptoren jedoch durch Naloxon besetzt, müsste die Schmerztoleranz wieder sinken.

Das Team um Elvan Kut zeigte 22 gesunden Männern Bilder von Sport-Triumphen und Pärchen in romantischen Situationen und erzeugte so positive Gefühle. Anschließende Schmerztests zeigten, dass die Schmerztoleranz der Männer nach dem Betrachten der Bilder höher war als davor.

Überraschend war, wie robust die Schmerzhemmung war. Im Rausch der positiven Emotionen reagierten die Probanden selbst nach der Blockade der Opioide durch Naloxon weiterhin kaum auf die Schmerzen. Offenbar aktivieren die Opioide andere Schaltkreise, die die Schmerzmilderung aufrechterhalten - Kandidat ist das Glückshormon Dopamin. Die Studie zeigt, dass die Frage, wie man sich selbst und die Umwelt wahrnimmt, eine Rolle dabei spielt, ob man gesund bleibt oder nicht.