Wien. Patienten mit einer Verengung der Herzkranzgefäße und Infarktpatienten können ab sofort mit einer neuartigen Gefäßstütze versorgt werden. Otmar Pachinger, Direktor der Uniklinik für Kardiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck sprach am Dienstag im Vorfeld der Jahrestagung der -sterreichischen Kardiologischen Gesellschaft (-KG) von einem "echten Meilenstein" in der Behandlung koronarer Herzkrankheiten.

Die ab den 1970er Jahren im Einsatz befindliche Ballon-Dilatation wurde 1995 durch Metallstents ersetzt. Im Jahr 2002 folgten medikamentenbeschichtete aufklappbare Gitterrohrstents, die den Blutfluss aufrechterhalten.

Erst seit heuer kommen auch resorbierbare Stents zum Einsatz, die die Stützfunktion in den ersten Monaten nach der Operation gewährleisten, sich dann aber auflösen. Damit befindet sich auf Dauer gesehen kein permanentes Implantat mehr in der Gefäßwand, was das Risiko für Spätthrombosen maßgeblich senkt. Auch gibt es die Hoffnung, dass die Nachbehandlungsphase mit den neuen Stents reduziert werden kann, betonte Pachinger. Das Hauptproblem liege derzeit noch bei den Kosten in Höhe von 4000 Euro pro Stück. Herkömmliche Stents kosten um die 700 Euro.

Neuer Blutverdünner


Vorhofflimmern ist die häufigste Rhythmusstörung und von einem fünffach erhöhten Schlaganfallrisiko begleitet, so Franz Weidinger von der zweiten Medizinischen Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien und künftiger -KG-Präsident. Die Medizin verfügt seit neuestem über Blutverdünner abseits der alten Vitamin-K-Antagonisten wie das vielfach eingesetzte Marcoumar. Aus Studien weiß man, dass nur 50 bis 60 Prozent jener Patienten, die eine Blutverdünnung benötigen, diese auch erhalten. Mit den neuen Präparaten erhofft man sich, mehr Patienten erreichen zu können. Die Vorteile: Einfache Dosierung, keine regelmäßige Kontrolle der Gerinnungswerte und weniger Nebenwirkungen.

Blutdruck operativ reduziert


Auch für Bluthochdruckpatienten gibt es Neues: Bleibt der Blutdruck - Risikofaktor Nummer eins für Herz-Kreislauferkrankungen - trotz mehrfach medikamentöser Behandlung extrem hoch, kann mittels einer Verödung des sympathischen Nervengeflechts um die Nierenarterien der systolische Wert um 30 mmHG permanent gesenkt werden. In Folge sind weniger Medikamente notwendig.