Wien. (ski) Eine gewisse Kluft zwischen dem aktuellen Freizeitverhalten und den Freizeitwünschen offenbarte der am Donnerstag in Wien präsentierte "Freizeitmonitor 2012" des Salzburger Zentrums für Zukunftsstudien (ZfZ). Als beliebteste Freizeitaktivitäten der Österreicher - mindestens einmal pro Woche praktiziert - ermittelten Zukunftsforscher Fernsehen (94 Prozent), Telefonieren von zu Hause aus (89 Prozent), Radio hören (87 Prozent) und das Lesen von Zeitungen oder Zeitschriften (86 Prozent). Fernsehen erfolgt freilich oft nur noch "sekundär" - etwa neben dem Bügeln oder Staubsaugen -, erklärt ZfZ-Leiter Reinhold Popp. Sehr beliebt sind auch die Beschäftigung mit der Familie und - in diesen Punkten lassen die Österreicher signifikant die ebenfalls erfassten Deutschen hinter sich und liegen vermutlich an der Spitze Europas - das Telefonieren von unterwegs sowie Kaffee trinken und Kuchen essen.

Bei der Internet-Nutzung liegen dafür die Deutschen klar voran, bei diesem Medium konstatiert Ulrich Reinhardt von der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen, auch starke Unterschiede zwischen den Altersgruppen und Bildungsschichten: "Je höher die formale Bildung ist, desto mehr ist man im Internet unterwegs."

Medien-Übersättigung


Auf die Frage, was sie in der Freizeit künftig gern öfter machen würden, lauteten die häufigsten Antworten der offenbar bereits Medien-übersättigten Befragten: "Spontan das zu tun, wozu man gerade Lust hat", Ausschlafen, Faulenzen, Zeit mit dem Partner, der Familie und Freunden verbringen. Aktivitäten, die man künftig nicht ausbauen will, sind vor allem Online-Shopping, Videospiele, Telefonieren, Internet, Computer, Fernsehen und Radio, aber auch der Besuch von Gottesdiensten oder die Übernahme ehrenamtlicher Aufgaben.