Die Versauerung der Meere und ein leichter Anstieg der mittleren Meerestemperatur würden ausreichen, um Korallenriffe zu töten, so eine aktuelle Studie. - © APAweb/:Andy Bruckner, NOAA Fisheries, File/AP/dapd
Die Versauerung der Meere und ein leichter Anstieg der mittleren Meerestemperatur würden ausreichen, um Korallenriffe zu töten, so eine aktuelle Studie. - © APAweb/:Andy Bruckner, NOAA Fisheries, File/AP/dapd

Potsdam. Korallenriffe sind auch dann in Gefahr, wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt wird. Sollten sich die Korallenriffe nicht anpassen können, dann werden nach Berechnungen des deutschen Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) bereits bis 2030 rund 70 Prozent der weltweiten Korallenriffe langfristige Schäden erleiden, wie das Institut am Montag mitteilte. Um zumindest die Hälfte der Riffe weltweit zu schützen, müsste die Erderwärmung demnach unter 1,5 Grad liegen.

  Das Zwei-Grad-Ziel ist die Marke, auf die die internationale Staatengemeinschaft die Klimaerwärmung möglichst begrenzen will. Es wird vielfach angenommen, dass die Folgen für Mensch und Natur bei diesem Grenzwert noch halbwegs beherrschbar sind.

Großflächige Korallenbleiche befürchtet  
"Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur über die Zwei-Grad-Grenze Korallenriffe an den Küsten unserer Meere großflächig geschädigt werden könnten, wenn man die gegenwärtigen Annahmen zur Temperaturempfindlichkeit zugrunde legt", erklärte die Autorin der Studie, Katja Frieler vom PIK. Wird die Meeresoberfläche wärmer, so löste dies mit hoher Wahrscheinlichkeit vielerorts eine großflächige Korallenbleiche aus.

  Nur bei einem stark reduziertem Ausstoß von Treibhausgasen und der zusätzlichen Annahme, dass die Korallen sich extrem schnell anpassen, könnten zwei Drittel von ihnen ungeschädigt bleiben. In allen anderen Fällen seien voraussichtlich sämtliche Korallenriffe schwer betroffen, heißt es in der in der Zeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlichte Studie, an der auch Forscher aus Kanada und Australien beteiligt waren. Ob die Korallenriffe sich anpassen können, sei aber bislang unsicher.

  Anders als bisherige Untersuchungen befasste sich die Studie sowohl mit den Auswirkungen der Erderwärmung auf die Korallen als auch mit der Versauerung der Meere. Beides sind Folge der vom Menschen verursachten Kohlendioxid-Emissionen. Meerwasser wird saurer, wenn es CO2 aus der Atmosphäre aufnimmt. Dies stört wahrscheinlich die Kalkbildung, die entscheidend ist für das Wachstum von Korallen ist, und könnte auch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber der Erwärmung der Meere verringern.