Wien. (ski) 71 Prozent der Österreicher haben im Vorjahr zu rezeptfreien Medikamenten gegriffen, sie sind eher skeptisch gegenüber dem Einsatz von Antibiotika, nehmen sie aber bei ärztlichem Anraten doch immer wieder. Am wenigsten gern wenden Mütter mit Matura oder Studienabschluss Antibiotika an, vor allem nicht bei ganz kleinen Kindern. In einem Pressegespräch in Wien wies der Marktforscher Walter Wintersperger auf diese Situation hin, die Experten durchaus begrüßen, da Antibiotika oft mehr schadeten als nützten.

Aus Sicht der Allergologin und Kinderärztin Waltraud Emminger legen neue Studien nahe, dass eine Neigung zu Asthma oder Allergien durch Antibiotika verstärkt werden kann. Der Schweizer HNO-Facharzt Andreas Schapowal betonte, dass Antibiotika-Resistenzen zunehmen, bei einer bakteriellen Infektion helfe dann kein Mittel mehr. Täglich gebe es deshalb weltweit schon tausende Todesfälle. In Europa seien die Spanier am meisten von Resistenzentwicklungen betroffen.

Alternative Pflanzenheilmittel


Atemwegsinfekte sind in Österreich der häufigste Grund, um einen Arzt aufzusuchen. Zur verbreiteten Meinung, dass einfache Erkältungen auch ohne Behandlung wieder abklingen, stellte Schapowal fest, dass jeder dritte inadäquat behandelte Fall mit einer chronischen Bronchitis ende.

Vor allem pflanzliche Heilmittel bieten, so Wolfgang Kubelka vom Departement für Pharmakognosie der Universität Wien, bei Erkältungen eine wirksame Alternative, und das ohne Neben- und Folgewirkungen. Schabowal verwies auf Studien, laut denen sich neben Präparaten aus heimischen Pflanzen in den letzten Jahren vor allem ein Mittel aus der traditionellen afrikanischen Medizin, das aus der Wurzel der Kapland-Pelargonie stammende "Kaloba", als sehr wirksam erwiesen habe.