Sydney. Umweltschützer haben mit Verärgerung auf das Scheitern von Verhandlungen über die Schaffung neuer Meeresschutzgebiete in der Antarktis reagiert. Ein zweiwöchiges Treffen der Internationalen Kommission zum Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis (CCAMLR) im australischen Hobart ging ohne Ergebnis zu Ende. Im kommenden Juli soll ein weiteres Treffen in Deutschland folgen.

Bei der Konferenz in Hobart hätte eigentlich die Schaffung eines 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Schutzgebietes in der Ross-See, dem intaktesten Meeres-Ökosystem der Welt, auf den Weg gebracht werden sollen.

Bedenken wegen Beschränkungen für Fischerei

Nationen unter Führung der Europäischen Union und Australiens hatten zudem einen Schutzstatus für weitere 1,9 Millionen Quadratkilometer Küstengewässer in der östlichen Antarktis gefordert. Die Verhandlungen scheiterten jedoch an Bedenken Chinas, Russlands und der Ukraine über Beschränkungen für die Fischerei.

Die Antarctic Ocean Alliance, ein Zusammenschluss dutzender Umweltschutzorganisationen, kritisierte das Scheitern. Eine kleine Zahl von Ländern habe den Naturschutz in der Antarktis aktiv blockiert, sagte ihr Sprecher Steve Campbell.