Wien. In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 20.000 neue Meerestier-Arten entdeckt, mehr als in jedem Jahrzehnt davor.

Die Meerestiere finden sich in einer neuen Datenbank. - © Paul Souders/Corbis
Die Meerestiere finden sich in einer neuen Datenbank. - © Paul Souders/Corbis

Dennoch ist mindestens ein Drittel der Meeresorganismen noch unbekannt, zeigt eine Studie in "Current Biology". Ein aus internationalen Experten zusammengesetztes Autorenteam, darunter Andreas Kroh vom Naturhistorischen Museum Wien, stellt darin das erste umfassende Register aller marinen Arten vor, das "World Register of Marine Species" (WoRMS).

Die Forscher schätzen, dass die Ozeane 700.000 bis eine Million Arten beheimaten. Nur 226.000 davon sind beschrieben. Weitere 58.00 bis 72.000 Arten wurden gesammelt, harren aber noch ihrer Bestimmung. Frühere Schätzungen beruhten ausschließlich auf Vermutungen und Hochrechnungen. 270 Experten von 146 Institutionen aus 32 Ländern haben nun die öffentlich zugängliche Datenbank aufgebaut. "Der Aufbau war schwieriger als vermutet, da es keinerlei Standards für die Arten-Registrierung gab", so der Leiter des WoRMS-Projekts, Mark Costello von der University of Auckland in Neuseeland. Rund 40.000 Arten mussten daher wieder von der Liste gestrichen werden. Obwohl in den Ozeanen weniger Arten als an Land leben, stellen diese die älteren Evolutionslinien dar.