Wobei die Aussprache der Dämonennamen Lovecrafts noch halbwegs einfach ist im Vergleich zur korrekten Aussprache ganz menschlicher Namen in den diversen Sprachen, denn bei Namen hat sich im Deutschen eingebürgert, der originalen Aussprache so nahe wie möglich zu kommen.

Während die Franzosen etwa den Komponisten des oben genannten "Lohengrin" ohne mit der Wimper zu zucken "Rischahr Wagnähr" sprechen, bemüht sich der Deutsche oder Österreicher um einen dunkel gefärbten und damit möglichst russisch klingenden Módest Mussórgski" - und liegt schon falsch, weil der Name des Komponisten des "Boris Godunow" (sprich: Barís Gadunów") korrekt vielleicht dunkel gefärbt , vor allem aber Madjést Músargski klingt.

Nebenbei: Beim Schreiben russischer Namen sollte man darauf achten, ja kein "-ky" sondern "-ki" zu verwenden, denn die einzige Regel der russischen Sprache, die keine einzige Ausnahme hat, besagt, dass auf "k" und "sch" niemals "y", sondern stets "i" folgt. (Doch, es gibt eine zweite ausnahmenlose Regel: Die Silbe "jo" ist immer betont.)

Dass die Russen ihrerseits keinen Genierer haben, Namen aus anderen Sprachen phonetisch zu transkribieren, führt, transkribiert man die Transkription, zu den köstlichsten Ratespielen. "Klod Debjussi" ist dabei noch halbwegs klar, doch dass sich hinter "Schan Pol" der Dichter Jean Paul verbirgt, bedarf doch kurzen Nachsinnens. Aber Russisch ist immer ein Problem, speziell, weil die Betonung fast so viele Ausnahmen wie Regeln hat.

Phonetische Fehlleistungen

Es kommt auch vor, dass eine korrekte Schreibung für Verwirrung sorgt. Speziell als Österreicher weiß man aus langjähriger nachbarschaftlicher Verbundenheit, dass tschechische Wörter und damit tschechische Namen immer und ausnahmslos auf der ersten Silbe betont werden. Und doch hört man immer häufiger, der Name des Komponisten der Oper "Jenůfa" sei "Léosch Janátschek", weil er sich "Janáček" schreibt. Der tschechische Akzent, der hier über dem "a" sitzt, ist allerdings kein Betonungsakzent, sondern ein Verlängerungszeichen. Die korrekte Aussprache ist also "Jánahtschek".

Mitunter tun sich aber selbst Muttersprachler schwer. Der französische Komponist Jean Françaix etwa wird regelkonform (siehe Aix-en-Provence) von den meisten Franzosen und jenen, die es ihnen nachmachen "Fransäx" gesprochen - nur von ihm selbst nicht: Er sprach sich "Fransä".

Das größte Problem aber hatten selbst englischsprachige Bestseller-Fans, wenn sie nach Romanen des "Jurassic Park"-Autors fragten, denn wie spricht sich Michael Crichton korrekt aus? Der "Meikl" ist klar, aber dann? "Kriktn" oder "Kritschtn"? - Beides von Engländern und Amerikanern gehört, beides falsch. "Kreitn" hieß der Mann - viel Vergnügen, wenn Sie seine Bücher mit korrekter Aussprache in der Buchhandlung verlangen, die fragenden Blicke sind garantiert.

Fast so viele, wie wenn man sein Kind Lanzelot nennt. Wobei der Junge noch Glück gehabt hat, immerhin gibt es im gleichen Sagenkreis auch einen Feirefiz.