Sitting Bull (1850), Häuptling der Hunkpapa-Lakota-Sioux. - © corbis
Sitting Bull (1850), Häuptling der Hunkpapa-Lakota-Sioux. - © corbis

Peking/Leipzig. (est) Frühmenschen, deren anatomische Eigenschaften jenen heute Lebender ähnlich sind, erschienen in Europa und Asien erstmals vor 40.000 bis 50.000 Jahren. 40.000 Jahre alte Funde von Knochen in einer Höhle in Peking zeigen nun, dass nicht nur viele heutige Asiaten, sondern auch die Ureinwohner Amerikas mit dem Tianyuan-Menschen verwandt sind. Das berichten Forscher des Leipziger Instituts für Evolutionäre Anthropologie in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.

Das Wissen zu den genetischen Beziehungen zwischen frühen und heutigen Menschen steht am Anfang. Maßgeblich für die Bezeichnung "früher moderner Mensch" ist die morphologische Übereinstimmung der frühen Hominiden mit der genetischen Variationsbreite von heutigen Menschen. Dies zu bestimmen ist schwierig, weil das genetische Material der die Knochenfunde umgebenden Bodenbakterien die Ergebnisse verfälschen kann. Studienleiter Svante Pääbo und seine Kollegen haben dennoch die Erbsubstanz in den 2003 gefundenen chinesischen Knochen analysiert. Mit einem speziellen Verfahren konnten sie das 40.000 Jahre alte Erbgut trotz Verunreinigungen durch Bakterien-DNA sequenzieren. Wie sich zeigt, haben Tianyuan-Menschen, amerikanische Ureinwohner und heutige Asiaten eine gemeinsame Herkunft. Von den Vorfahren der heutigen Europäer hatte sich der Tianyuan-Mensch hingegen bereits getrennt. Er lebte also in einer Übergangsphase der Evolution.

Frühe moderne Europäer teilten ihren Lebensraum mit Neandertalern und Denisova-Menschen. Letztere starben vor den Neandertalern aus. Im Erbgut der Tianyuan befände sich kein größerer Anteil an Neandertaler- oder Denisova-DNA als bei heutigen Europäern, so Pääbo: "Die Vermischung mit Neandertalern fand also früher als vor 40.000 Jahren statt, und die Vermischung mit den Denisovanern passierte nicht in dieser Gegend, sondern wahrscheinlich anderswo in Südostasien."