Wien. (gral) In immer mehr Fachrichtungen der Medizin wird individuell auf den Patienten und sein Krankheitsbild eingegangen. So spielt auch in der Radiologie die personalisierte Medizin eine immer wichtigere Rolle.

Ein Beispiel: Ein Mensch wird bei einem Autounfall verletzt. In den Erstuntersuchungen, etwa mittels Computertomographie (CT), werden die Verletzungen lokalisiert, das Ausmaß und die körperlichen Vorgänge abgeklärt. In Folge kann der Patient dementsprechend versorgt werden.

"Was ist persönlicher als ein Bild?", stellte Gabriel P. Krestin vom Universitäts-Medizin-Zentrum Rotterdam in den Niederlanden und Präsident der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (ESR) am Donnerstag dazu fest. Und mittlerweile gibt es schon viele Arten, Bilder vom menschlichen Körper zu erstellen.

So kommen neben dem genannten CT das herkömmliche Röntgen, die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Anwendung. Mittlerweile können auch mehrere Untersuchungen kombiniert werden - etwa das PET-CT und bald auch das PET-MRT. Die neueste Technik wird bis 11. März beim derzeit in Wien stattfindenden 25. Europäische Radiologenkongress (ECR) präsentiert, zu dem 20.000 Besucher erwartet werden.

Einen großen Stellenwert nimmt die medizinische Bildgebung vor allem auch bei Krebserkrankungen ein. Mittels PET-MRT kann etwa das Auffinden von Tumoren erleichtert werden, da sowohl morphologische als auch funktionelle Bilder in höchster Genauigkeit zur Verfügung stehen, um in Folge die optimale Therapieform auswählen zu können. Der Fortschritt sowohl in der Radiologie als auch in der Radioonkologie hat sich nicht zuletzt damit stark verbessert. Es sei daher nötig, die beiden Disziplinen wieder zusammenzuführen, um Patienten die beste personalisierte Therapie bieten zu können, betonte Regina Beets-Tan, Radioonkologin von der Uni Maastricht.