Was fasziniert die Menschen an den Dinosauriern in einer Zeit, in der ihr Schicksal millionenfach dokumentiert, breitenwirksam ausgestellt und unzählige Male verfilmt ist? Einer psychologischen Theorie zufolge symbolisieren die Saurier für Kinder den Großvater. Würde sie stimmen, müssten aber ebenso viele Mädchen wie Buben der Dino-Fangemeinde angehören, und Erwachsene hätten überhaupt kein Leiberl. Da zigtausende Erwachsene den Film "Jurassic Park" gesehen haben, ist ihnen jedoch Interesse an dieser ausgestorbenen Gattung zuzugestehen. Worin es wurzelt, verrät der Kern des Drehbuchs: Forscher haben aus der DNA von Dino-Knochenfunden Tiere geklont und zum Leben erweckt.

Da zum Klonen ein intakter Zellkern benötigt wird, scheitert beim Dino die Umsetzung an der Realität. Jüngst trafen sich jedoch Wissenschafter bei einer Konferenz des "National Geographic" in Washington, um zu erörtern, ob es nicht doch ausgestorbene Arten gibt, die sich zum Klonen eignen. Sie brachten eine - ziemlich lange - Liste von Tieren hervor, die eine wichtige ökologische Funktion haben, als leidlich menschenfreundlich gelten und heute überleben könnten und keinen Schaden anrichten würden. Zu ihnen zählen der Auerochse, die Dronte, der Elfenbeinspecht, der tasmanische Tiger und natürlich das Mammut. Werden intakte Zellkerne gefunden, könnten sie wieder zum Leben erweckt werden. Wie gut das geht, zeigt die Auferstehung des Magenbrüterfrosches vor wenigen Tagen. Auch die Tatsache, dass die Kosten sich auf hunderttausende Euro belaufen würden, zeigt, wie groß ist der Wunsch ist, Leben wachzuküssen.