Zeckenschutzmittel wirken nur dann, wenn man sich regelmäßig und konsequent einsetzt, so eine neue Studie. - © APAweb/Patrick Pleul/dpa
Zeckenschutzmittel wirken nur dann, wenn man sich regelmäßig und konsequent einsetzt, so eine neue Studie. - © APAweb/Patrick Pleul/dpa

Wien. Der Wirkungsgrad von Anti-Zeckenmittel für Hunde ist eher gering, solange diese nicht regelmäßig eingesetzt werden. Das haben Wissenschafter der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) herausgefunden, die in einer Studie innerhalb eines Jahres den Zeckenbefall von mehr als 90 Hunden aus Ostösterreich untersucht haben. Sie zeigten dabei, dass zuvor mit Anti-Zeckenmitteln behandelte Hunden zwar weniger Plagegeister hatten, dies aber noch nicht vor übertragbaren Krankheiten schütze, teilte die Vetmeduni am Dienstag in einer Aussendung mit.

  Bei jedem zweiten untersuchten Hund wurde im Untersuchungszeitraum eine von Zecken übertragene Infektion festgestellt, die unabhängig vom schützenden Präparat aufgetreten sei. In der Studie wurden verschiedene am Markt erhältliche Präparate untersucht: sogenannte Akarizide, die tödlich auf Zecken wirken, Repellents, welche Zecken lediglich über den Geruch abstoßen, und die Kombination davon.

Inkonsequentes Auftragen  
In der Aussendung erklärt Studienautor Michael Leschnik "die schlechte Wirksamkeit von Anti-Zecken-Präparaten" unter anderem durch die geringe Konsequenz der Hundebesitzer bei der Verwendung der Mittel: "Innerhalb der Studie wurden die Präparate teilweise erst dann aufgetragen, wenn bereits eine Zecke am Hund entdeckt wurde." Zusätzlich seien die Mittel nicht regelmäßig und nicht oft genug angewendet worden.

  Die Wissenschafter stellten in der in der Fachzeitschrift "Parasites & Vectors" publizierten Studie zudem fest, dass verschiedene Zeckenarten zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr Hunde beißen. Häufig von Zeckenbefall betroffene Stellen am Hundekörper sind der Kopf, der Nacken, die Schultern und die Brustregion, die beim Spazieren und Streunen den Parasiten am nächsten kommen. Laut Forschern bleiben die Zecken bei Hunden häufig dort, wo sie zuerst auf das Tier gelangen.

  In Mitteleuropa sind Hunde vier verschiedenen von Zecken übertragenen Infektionskrankheiten ausgesetzt: Babesiose (Hundemalaria), granulozytäre Anaplasmose, Borreliose und FSME (Frühsommermeningoenzephalitis). Für die Übertragung von Erkrankungen muss eine Zecke einen entsprechenden Erreger in sich tragen und lange genug Blut am Hund saugen. Die Vetmeduni empfiehlt daher, Zecken so schnell wie möglich zu entfernen, um eine Übertragung von Erregern zu verhindern.