War das Gebiss nur Show? Forscher sagen nein, der T. rex war sehr wohl ein Raubtier. - © corbis
War das Gebiss nur Show? Forscher sagen nein, der T. rex war sehr wohl ein Raubtier. - © corbis

Washington. (afp/est) Spätestens seit den "Jurassic Park"-Filmen ist Tyrannosaurus rex der bekannteste Dinosaurier. Schon allein sein Gebiss macht ihn zum Star der furchterregenden Art. Umso erstaunlicher scheint daher die von vielen Experten vertretene These, wonach er ein Aasfresser war. Weil er so groß war wie ein Haus, sei er zu schwerfällig für die Jagd gewesen, und zudem zu bissschwach, um andere Tiere zu reißen, postulieren sie.

Nun rettet ein Fund das Image von T. rex als mordendes Monster: US-Forschern zufolge war er nämlich sehr wohl ein Jäger. Der abgebrochene Zahn eines Tyrannosaurus, der im Schwanz eines anderen Sauriers steckt, liefere erste Beweise dafür, dass die Riesenechse nicht nur ein Aasfresser, sondern auch ein Raubtier war, berichtet das Team um Robert de Palma vom Museum für Naturgeschichte in Palm Beach in Florida in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

"Eine der schwierigsten Aufgaben der Paläontologie ist es, das Verhalten und die Fressgewohnheiten ausgestorbener Organismen zu ermitteln", erklärt de Palma. Versteinerte Mageninhalte, Beutereste und Zahnformen geben in der Regel Aufschluss darüber, wovon sich die Tiere ernähren. Etwa fanden Forscher Fossilien des Raubsauriers Velociraptor und des Pflanzenfressers Proteratops in der Wüste Gobi, die dort ineinander verbissen gestorben waren.

Für den Tyrannosaurier hatten solche Belege lange gefehlt. Forscher hatten postuliert, dass er sich bestenfalls an kleineren Artgenossen vergriff. Immer neuere Untersuchungen ergaben jedoch, dass der T. rex doch so schnell laufen konnte wie andere Dino-Sprinter und seine Bisskraft ausreichte, um auch größere Tiere zu reißen. Doch erst die Forscher um Robert de Palma haben den Tyrannosaurus "auf frischer Tat ertappt". Die Knochen des Hadrosaurus mit dem 3,5 Zentimeter großen Zahnstück waren 2007 in der Hell-Creek-Felsformation im Norden der USA gefunden worden. Das Tier hatte den Angriff überlebt, der Knochen war nach der Beißattacke verheilt.

Den Forschern zufolge hat T. rex sowohl Jagd auf lebende Tiere gemacht als auch sich von Tierkadavern ernährt. Der Paläontologe Jack Horner vom Museum of the Rockies in Bozeman im US-Staat Montana zeigt sich allerdings skeptisch. Die Studie "entkräftet keineswegs unsere Theorie, dass der T. rex ein opportunistischer Fleischfresser wie die Hyäne war. Sie zeigt nur, dass er einen Hadrosaurus gebissen hat", sagt er. Immerhin seien die Umstände des Angriffs ja nicht geklärt.