Washington. (dpa) Das Weltraumteleskop "Kepler" muss seine Suche nach erdähnlichen Planeten wegen eines Defekts beenden. Da das Problem auch nach mehreren Anläufen nicht zu beheben war, hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstagabend die Einstellung der Mission angekündigt. Trotz monatelanger Bemühungen waren zwei der vier Reaktionsräder, die das Teleskop in Position halten sollten, nicht mehr in Gang zu bringen.

Trotz der technischen Fehler feiert die Nasa die präzise Arbeit des Teleskops als Erfolg. "Wir erwarten hunderte, vielleicht tausende Entdeckungen über neue Planeten", sagte der leitende Wissenschafter der Mission, William Borucki. Das Teleskop habe Erkenntnisse über die sogenannten Exo-Planeten und andere astronomische Zusammenhänge revolutioniert, hieß es bereits im Mai. Auf der Suche nach einer "zweiten Erde" beobachtete das Teleskop seit März 2009 zwischen 100.000 und 150.000 Sterne. Nach weiteren Datenauswertungen sollen Forscher laut Borucki innerhalb weniger Jahre wissen, wie häufig erdähnliche Himmelskörper im Weltraum sind. In den mehr als vier Jahren seiner Suche nach einer "zweiten Erde" habe "Kepler" mehr als 3500 Planetenkandidaten aufgespürt, den ersten präsentierte die Nasa 2011.

Die ganze Mission kostete umgerechnet rund 450 Millionen Euro. Insgesamt haben internationale Forscherteams bisher mit verschiedenen Techniken über 900 Exo-Planeten entdeckt.