Amsterdam/Wien. (ski) Was dem Herzen gut tut und was ihm schadet, ist heutzutage zwar der Öffentlichkeit schon weitgehend bekannt, ob man sich an die Ratschläge der Mediziner hält, steht auf einem anderen Blatt. Auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam wurde dieser Tage der Stand der Wissenschaft zur Frage, wie man das Risiko von Herzproblemen senken kann, präsentiert. Aktuelle Studien liefern neue Erkenntnisse und erhärten alte: Bewegung ist gesund, Rauchen und Bauchfett sind Risikofaktoren.

Eine finnische Studie zeigt, dass das Risiko für plötzlichen Herztod bei Männern durch Bewegung gesenkt werden kann. In der Gruppe mit schlechter Fitness und wenig Bewegung war das Risiko für plötzlichen Herztod zweimal höher als in der Gruppe mit guter Fitness und viel Bewegung. Männer mit schlechter Fitness, aber einem hohen Niveau körperlicher Aktivität hatten kein signifikant erhöhtes Risiko. "An einen so starken Effekt kommen selbst die besten Medikamente nicht heran", meinte der Salzburger Sportmediziner Josef Niebauer.

Die Langzeiteffekte von Übergewicht und insbesondere von Bauchfett auf die Herzinfarkt-Sterblichkeit kannte man bisher kaum. Aus einer französischen Studie geht hervor, dass viel Bauchfett das langfristige Sterblichkeitsrisiko von Menschen nach einem überstandenen Herzinfarkt beträchtlich erhöht.

Dass es sich in jedem Alter lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören, erläuterte der Innsbrucker Kardiologe Otmar Pachinger. Einmal aufgetretene Schäden an den Herzkranzgefäßen vergehen zwar nicht mehr, wenn man das Qualmen einstellt, doch das Herzinfarkt-Risiko geht auf jenes von Nichtrauchern zurück. Auch wer erst als 70-Jähriger zu rauchen aufhört, lebt im Schnitt noch vier Jahre länger als ein Gleichtaltriger, der weiter Nikotin genießt.

Forscher aus den USA und Taiwan fanden heraus, dass Cholesterinsenker nicht nur gut fürs Herz sind, sondern auch das Risiko senken, einen grauen Star oder Demenz zu entwickeln.