Der Sibirische Tiger Panthera tigris altaica. - © corbis
Der Sibirische Tiger Panthera tigris altaica. - © corbis

Wien. (afp/est) Wissenschafter haben erstmals das Erbgut des Sibirischen Tigers entziffert. Sie haben es dann mit Gensequenzen eines weißen bengalischen Tigers, eines afrikanischen Löwen, einer weißen afrikanischen Löwenart und eines Schneeleoparden verglichen. Der Erbgut-Vergleich könnte einen Beitrag leisten zum Erhalt der Art, berichten die Forscher des Jong Bhak Genom-Instituts im südkoreanischen Suwon in der Fachzeitschrift "Nature Communications",

Tiger, Jaguare, Löwen, Leoparden und Schneeleoparden bilden die Gattung der Eigentlichen Großkatzen (Panthera). Vier der fünf sind in der Lage zu brüllen, können aber nicht beim Einatmen schnurren wie andere Katzen, sondern nur beim Ausatmen.

Den südkoreanischen Forschern zufolge teilen die Eigentlichen Großkatzen aber noch eine Reihe von weiteren genetischen Eigenschaften, etwa jene, die für ihre extreme Muskelkraft verantwortlich sind und für die Fähigkeit, eine fast ausschließlich aus Fleisch bestehende Nahrung zu verdauen. Genetische Unterschiede sorgen dagegen für unterschiedlich gefärbtes Fell oder, wie beim Schneeleoparden, für eine Anpassung an einen hochgelegenen, kalten Lebensraum.

Der Tiger (Pathera tigris) ist die größte Katze. Er ist eine Schlüsselspezies, gilt als Indikator für eine intakte Umwelt und zählt zu den am meisten gefährdeten Arten. Gegenwärtig wird die Zahl frei lebender Tiger weltweit auf 3050 bis 3950 geschätzt. Den Forschern zufolge sind vier der früher neun Unterarten in freier Wildbahn im vergangenen Jahrhundert bereits ausgestorben. Dabei handelt es sich um Tiger, die früher auf den indonesischen Inseln Java und Bali, in Südchina sowie an der südlichen Küste des Kaspischen Meers lebten.

Die Gen-Daten sollen nun zum Schutz und Erhalt der Raubkatzen beitragen. Sie könnten etwa bei möglichen Kreuzungen zwischen frei lebenden Tieren mit Artgenossen aus Zoos helfen.