Siegfried Priglinger setzt auf das DMEK-Verfahren. - © AKH Linz
Siegfried Priglinger setzt auf das DMEK-Verfahren. - © AKH Linz

Wien. Eine klare und regelrecht benetzte Hornhaut ist eine notwendige Voraussetzung für scharfes Sehen. Sie gilt als das Fenster des Augapfels. Verletzungen, schwere Entzündungen, eine komplikationsreiche Grauer-Star-Operation oder angeborene Schäden können die Hornhaut allerdings stark eintrüben oder vernarben. Schwere Sehbehinderung oder gar Erblindung sind die Folgen. In diesem Fall kann eine Spenderhornhaut das Augenlicht retten.

Eine Transplantation nach dem modernen DMEK-Verfahren bringt viele Vorteile für Patienten, wie Spezialisten bei den dieses Wochenende in Linz stattfindenden ophthalmologischen Gesprächen, einem heimischen Augenkongress, betonen. Bei rund einem Drittel der Patienten ist es nämlich nicht notwendig, die gesamte Hornhaut oder mehrere Schichten davon auszutauschen, sondern nur die kranke Hornhautinnenschicht, betont Siegfried Priglinger, Vorstand der Augenabteilung am AKH-Linz.

Bessere Sehkraft


Das Transplantat ist sehr dünn, was die Sehkraft schneller und in besserer Qualität wiederherstellt. "Entscheidend ist, dass die Abstoßungswahrscheinlichkeit mit dieser Methode noch 25-mal geringer ist als beim anderen nahtfreien Operationsverfahren, dem DSAEK", so Priglinger. Auch habe sich der kleinere Operationsschnitt von etwa 2,5 Millimeter als vorteilhaft für den Heilungsprozess erwiesen.

Als nachteilig stellt sich allerdings vor allem organisatorisch gesehen noch die komplexe Operationstechnik mit längeren Operationszeiten dar, betont Gerald Schmidinger vom Wiener AKH. Auch ist häufiger ein zweiter Eingriff notwendig. Angeboten wird das DMEK-Verfahren derzeit im Linzer und im Wiener AKH sowie an der Universitätsklinik in Salzburg.