Großkatzen wie der schwarze Panther entwickelten sich früher als bisher angenommen. - © corbis
Großkatzen wie der schwarze Panther entwickelten sich früher als bisher angenommen. - © corbis

New York. (dpa) - Wissenschafter haben das bisher älteste Fossil einer Großkatze entdeckt. Auf die Überreste des Schädels stießen der US-Paläontologe Jack Tseng und seine Kollegen in Tibet. Über ihre Erkenntnisse zu dem bereits 2010 gemachten Fund berichten die Forscher im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B". "Das Fossil schließt eine große Lücke in der Evolutionsgeschichte der Katzen", schreibt Tseng vom Amerikanischen Naturkundemuseum in New York. Das Tier namens Panthera blytheae ist laut Untersuchungen 4,1 bis 5,95 Millionen Jahre alt.

Zur Entstehungsgeschichte der Großkatzen weiß man relativ wenig. Die bisher ältesten fossilen Überreste waren 3,6 Millionen Jahre alte Zahnfragmente aus Tansania, ausgegraben in den 1970er-Jahren. Tengs Fund liefert neue Erkenntnisse über die Aufspaltung der Großkatzen-Familie in die Gattung der "Eigentlichen Großkatzen" (Panthera) - Tiger, Jaguar, Löwe, Leopard und dessen Verwandter, der schwarze Panther - und die der Nebelparder (Neofelis); der Fundort legt nahe, dass sich die Großkatzen von Zentralasien aus ausgebreitet haben.