Wien. Wer ein sicheres Einkommen hat und genug verdient, ist glücklicher, würde man annehmen. Das stimmt nur, solange das Einkommen nicht zu hoch ist, haben Wirtschaftswissenschafter herausgefunden. Zu viel Geld macht nämlich unzufrieden, berichten sie in "Plos One".

Eugenio Proto von der britischen Universität Warwick und Aldo Rustichini von der University of Minnesota in den USA haben Daten zum jährlichen Pro-Kopf-Einkommen unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität mit den Ergebnissen des World Values Survey verglichen. Bei dieser Studie werden seit 1990 Menschen in 80 Ländern zu ihren Werten, Meinungen, Befindlichkeiten, ihrem Glück und ihrer Zufriedenheit befragt.

Lebensglück sinkt ab 15.000 Euro Jahreseinkommen


Zunächst bestätigten die Ergebnisse die Annahme, dass mit dem Einkommen auch die Zufriedenheit größer wird. Die Bewohner ärmerer Länder mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 5000 Euro gaben um 12 Prozent weniger häufig an, vollkommen zufrieden zu sein, als Bewohner von Ländern mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 13.000 Euro pro Jahr. Obwohl es in einem reichen Land wie Österreich schwer vorstellbar erscheint, beginnt die Glückskurve schon ab 15.000 Euro abzuflachen. In Ländern mit einem Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 26.500 Euro - also den meisten Industrieländern - gaben dann noch weniger Menschen an, vollkommen zufrieden zu sein.

Den Grund sehen die Forscher in den höheren Erwartungen der Bezieher höherer Durchschnittseinkommen in reichen Ländern. "Wenn wir überall um uns herum Wohlstand sehen, wollen wir mithalten", so Proto. Die Schere zwischen den Erwartungen und dem tatsächlichen Einkommen knabbere an der Zufriedenheit. Denn Neid frisst Glück.