Wien. Fast zehn Jahre nach dem Start tritt ein großes Raumfahrtprojekt 2014 in die entscheidende Phase. Im Jänner wird die Raumsonde "Rosetta" aus ihrem jahrelangen Tiefschlaf geweckt, um im November als erstes wissenschaftliches Gerät auf einem Kometen zu landen. Auf "Tschurjumow-Gerasimenko" wird die Sonde erstmals einen Kometenkern direkt und über lange Zeit untersuchen. Man geht davon aus, dass Kometen noch nahezu unverändert aus jenem Material bestehen und jenen interstellaren Staub enthalten, aus dem sich vor rund 4,5 Milliarden Jahren Sonne und Planeten gebildet haben. Die Mission könnte Aufschluss über die Ursprünge des Sonnensystems bringen.

Der Wecker für "Rosetta" ist für 20. Jänner 2014, 11 Uhr, gestellt. Dann soll sie für die finalen Vorbereitungen aus ihrem Energiesparmodus aktiviert werden. Ende Mai wird die Sonde auf den Kurs zu "Tschurjumow-Gerasimenko" gebracht. Im August soll "Rosetta" zu dem Kometen aufgeschlossen haben und in eine Umlaufbahn um ihn einschwenken.

Technik aus Österreich


Mit der Annäherung werden erste Bilder erwartet. In dieser Phase startet auch die Arbeit der Experimente an Bord der Sonde, die mit Technik aus Österreich ausgestattet ist. Von besonderem Interesse für die Wissenschaft ist die Frage, wie sich die Eigenschaften des Schweifsterns mit zunehmender Annäherung zur Sonne verändern. Nach der Landung werden Materialproben entnommen und der Komet wird mit Unterstützung der österreichischen Weltraumforschung auf dessen mechanische, thermische, magnetische und elektrische Eigenschaften untersucht. Alle Manöver müssen von der Sonde autonom durchgeführt werden. "Rosettas" Mission endet voraussichtlich Ende 2015 - sie wird dann 7,1 Milliarden Kilometer zurückgelegt haben.