Ob James Bond (hier von Daniel Craig verkörpert) weiß, worauf er sich einlässt? - © Archiv
Ob James Bond (hier von Daniel Craig verkörpert) weiß, worauf er sich einlässt? - © Archiv

Wien. Ob Ursula Andress, Jane Seymour, Kim Basinger, Sophie Marceau oder Olga Kurylenko - an Frauen und dem entsprechenden Vergnügen mangelt es dem britischen Geheimagenten James Bond 007 wahrlich nicht. Doch die Bettgeschichten könnten in Zukunft weniger erfolgreich ausfallen, wie eine Studie des Nottingham University Hospitals zeigt. Bonds umfangreicher Konsum von Martini könnte dazu führen, dass er über kurz oder lang mit Potenzproblemen, Bluthochdruck und Leberzirrhose anstatt mit menschlichen Bösewichten zu kämpfen hat, geschweige denn in Liebessachen aktiv ist.

Publiziert ist die Studie des Intensivmediziners Patrick Davies in der Weihnachtsausgabe des "British Medical Journal", das regelmäßig zu dieser Jahreszeit mit skurrilen wissenschaftlichen Arbeiten aufhorchen lässt.

Alkohol führt zu Tremor


007 bevorzugt seinen Martini übrigens geschüttelt, nicht gerührt. Auch dafür hat der Mediziner nach dem Studium aller Bond-Bücher von Ian Fleming eine Erklärung: Der lässige, charmante und clevere Geheimagent ist ein Trunkenbold. War er nicht gerade gefangen oder im Krankenhaus, habe er im Schnitt mehr als 900 Milliliter reinen Alkohol pro Woche zu sich genommen - das entspricht umgerechnet immerhin 2,5 Liter Bier pro Tag. Das ist die vierfache Menge wie von den britischen Gesundheitsbehörden als Obergrenze empfohlen. Und: Übermäßiger Verzehr von Alkohol kann eben zu einem Tremor (Zittern) führen, was laut dem Mediziner der geschüttelten Variante den Vorzug gibt.

Davies und seine Kollegen hatten sich angesichts Bonds Kapazitäten gewundert, wie er überhaupt imstande sein kann, die Herausforderungen zu meistern. Seine Gesundheit sehen die Forscher jetzt massiv gefährdet: "Sein Risiko, an einer sexuellen Funktionsstörung zu leiden, ist groß. Das könnte seine ständigen Frauengeschichten wesentlich beeinträchtigen", schreiben sie. Außerdem sei 007 eben stark gefährdet, an Leberzirrhose, Bluthochdruck oder Depressionen zu erkranken. Auch sein Krebsrisiko sei erhöht.

Schon vor einigen Jahren widmete sich eine ebenfalls britische Studie Mr. James Bonds Alkoholvorlieben. Mit dem sogenannten Luminol-Test wurden die unterschiedlichen Mischungsmethoden seines Martinis - geschüttelt und gerührt - untersucht.

Antioxidantien schützen


Demnach weist die geschüttelte Variante eine stärker antioxidative Wirkung auf als die gerührte. Dies bewirkt vor allem der Wermut-Anteil, aber erst die Mischung mit Gin führt hinsichtlich der Antioxidantien zu einem optimalen Ergebnis, zeigte John Trevithick von der University of Western Ontario in London schon im Jahr 1999, ebenfalls im "British Medical Journal", auf.

Antioxidative Substanzen, wie sie auch in Vitamin C, Flavonoiden und Carotinoiden vorkommen, sind für den Organismus enorm wichtig. Sie schützen vor Krankheiten und verlangsamen den Alterungsprozess. Vielleicht erfreut sich Bond ja auch deswegen bester Gesundheit.

Es mag lustig klingen, doch die Ernsthaftigkeit darf nicht außer Acht gelassen werden: Jährlich gehen weltweit 2,5 Millionen Tote auf das Konto von übermäßigem Alkoholkonsum. Die meisten Betroffenen sterben durch alkoholbedingte Unfälle, viele aber auch an Krebs, Herzkreislauf-Erkrankungen oder Leberzirrhose. Es müsse viel mehr gegen den gefährlich hohen Alkoholkonsum getan werden, mahnt die Weltgesundheitsorganisation WHO regelmäßig. In der Unterhaltungsindustrie hingegen wird Alkohol häufig glorifiziert dargestellt - siehe James Bond.