Wien. Forscher um Johannes Zuber vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) haben einen Durchbruch beim gezielten Stilllegen von Genen geschafft. Eine entsprechende Publikation ist in der Fachzeitschrift "Cell Reports" erschienen. "Johannes Zuber vom IMP überwand mit seinem Team eine der letzten Hürden bei der Optimierung der RNA-Interferenz (RNAi) - einer einzigartigen Methode, mit der Gene gezielt ausgeschaltet werden können. Durch ein verbessertes Design konnten die Forscher die Effizienz der Genhemmung ganz erheblich verbessern", heißt es in einer IMP-Aussendung vom Donnerstag. Das IMP stelle die optimierten molekularen Werkzeuge als kompletten "RNAi-Baukasten" zur Verfügung.

RNA-Interferenz (RNAi) ist ein in der Natur weitverbreiteter Regulationsprozess, bei dem kurze RNA-Stücke ("Haarnadelmoleküle") mit der abgelesenen Erbinformation "interferieren" und sie dadurch hemmen. Trotz ihres großen Potenzials seien bisher entwickelte RNAi-Methoden technisch noch nicht ausgereift, so das IMP.

Lamborghini statt VW-Käfer


Eine verbreitete RNAi-Methode beruht darauf, synthetische RNA-Sequenzen in ein molekulares "Rückgrat" einzubetten, wie es in der Zelle vorkommt. So geschaffene RNA-Konstrukte sind der Natur nachempfunden und werden in normale Zellabläufe eingespeist. Johannes Zuber analysierte mit seinem Team Sequenzen eines humanen RNA-"Rückgrats", die im Lauf der Evolution äußerst stabil geblieben waren und daher wahrscheinlich relevant sind. Den Forschern fiel auf, dass im experimentellen RNAi-"Rückgrat" einige dieser Sequenzen verändert waren. Durch Behebung dieser Unterschiede und systematische Tests gelang ihnen eine wesentliche Verbesserung des RNAi-Werkzeugs, die Zuber mit einer "Entwicklung vom molekularen VW-Käfer zu einem Lamborghini" vergleicht.