Die Raumsonde Rosetta passierte im Februar 2007 den Mars. - © corbis
Die Raumsonde Rosetta passierte im Februar 2007 den Mars. - © corbis

Wien. (gral/ag) Während im zu Ende gehenden Wissenschaftsjahr 2013 der Fortschritt in der Krebs-Immuntherapie hervorsticht und vom Fachblatt "Science" gar zur Top-Entdeckung dieses Jahres gekürt wurde, wird es im kommenden Jahr 2014 vermutlich die Raumsonde "Rosetta" sein, die mit ihrer Landung auf einem Kometen für Aufsehen sorgen wird. Die UNO hat unterdessen 2014 zum Jahr der Kristallographie auserkoren.

Vor allem in diesem Jahr hat die Krebs-Immuntherapie ihr volles Potenzial gezeigt, begründen die Herausgeber von "Science" ihre Entscheidung. Dabei steht im Gegensatz zu den vielen anderen zur Anwendung kommenden Therapien nicht mehr der Tumor selbst, sondern das Immunsystem im Vordergrund. Mit der sogenannten Antikörpertherapie hat die Krebsimmuntherapie auch schon den Einzug in die klinische Praxis geschafft. Dabei wird das Immunsystem mit bestimmten Substanzen so weit stimuliert, dass die resultierende Immunantwort im besten Fall zum Tod der Tumorzellen führt.

Hinter dieser Therapie schafften es etwa auch die Entdeckung, dass das menschliche Gehirn sich im Schlaf selbst reinigt und repariert, die Forschung an Mikroben, die im menschlichen Organismus leben, sowie im Labor gezüchtete Organe in die "Science"-Hitliste.

Wissenschafter des Jahres


Das Fachmagazin "Nature" hat unterdessen die Wissenschafter selbst genau unter die Lupe genommen und gleich fünf Forscher aus dem Bereich der Biowissenschaften unter die Top Ten des Jahres 2013 gereiht.

Dass in den USA keine Patente mehr auf menschliche Gene erteilt werden dürfen, ist unter anderem der Forscherin Tania Simoncelli zu verdanken. Indem sie dabei half, das US-Unternehmen Myraid Genetics vor Gericht zu ziehen, erzwang sie eine Entscheidung in dieser Angelegenheit. Die Firma hielt Patente auf zwei isolierte Brustkrebs-Gene. Mit der Entwicklung entsprechender Tests hätte Myraid Genetics als Alleinanbieter den Markt beherrscht. Das war den Herausgebern von "Nature" die höchste Anerkennung wert.

Der Neurowissenschafter Feng Zhang vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge entwickelte ein Verfahren entscheidend weiter, mit dem sich Erbgut einfach und kostengünstig verändern lässt - eine wichtige Voraussetzung in der Genomforschung.

Die Virologin Hualan Chen, Leiterin des Chinesischen Referenzlabors für Vogelgrippe in Harbin, war maßgeblich daran beteiligt, einen gefährlichen Ausbruch des Virustyps H7N9 einzudämmen. Die US-Virologin Deborah Persaud vom Johns Hopkins Children’s Center in Baltimore wiederum fand erstmals belastbare Hinweise darauf, dass HIV-infizierte Babys mit einer hohen Medikamentengabe direkt nach der Geburt geheilt werden können.