Wien. Akute, starke UV-Belastung fördert die Entstehung von gefährlichem "Schwarzem Hautkrebs". Eine neue Studie des Instituts für Umwelthygiene der Medizinuni Wien belegt, dass die Melanom-Häufigkeit mit der Seehöhe ansteigt, die Melanom-Sterblichkeit im Gegensatz dazu aber sinkt. Möglicherweise liege das an einer besseren Vitamin D-Versorgung.

"Die pro Jahr zustande kommende UV-Exposition hängt zum größten Teil von der geografischen Breite und der Seehöhe ab. Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg wurden steigende UV-Intensitäten registriert", berichten Hanns Moshammer und seine Kollegen im "International Journal of Environmental Research".

Weniger Todesfälle wegen mehr Vitamin D?


Die Forscher haben die Daten der zehn UV-Messstationen der Universität für Bodenkultur mit jenen für Häufigkeit des Neuauftretens von Melanomen in den Jahren 1990 bis 2010 und zur Melanom-Sterblichkeit zwischen 1970 und 2011 verglichen. Mit einer Seehöhe von plus zehn Metern stieg die Melanom-Häufigkeit pro Jahr um zwei Prozent. "Das bedeutet, dass Menschen in den Bergen stärker gefährdet sind als im Flachland", so Moshammer. Die Forscher bringen das Ergebnis mit der stärkeren UV-Belastung durch die Schädigung der Ozonschicht in Zusammenhang.

Eine andere Beobachtung machten sie allerdings bei der Auswertung der Mortalitätsraten infolge einer Melanomerkrankung: "Pro zehn Höhenmeter mehr nimmt die Sterblichkeit von dort lebenden Personen bei den Männern um 0,4 Prozent und bei den Frauen um 0,7 Prozent ab", sagt Mooshammer. Er erklärt: "Menschen mit mehr Sonnenlicht-Exposition haben eine größere körpereigene Vitamin D-Produktion. Das bremst die Entwicklung von Krebsarten, vielleicht auch von Melanomen."