Wien. Allerortens werden am Valentinstag Liebesbekundungen verschiedenster Ausprägung dargebracht. Dass Liebe nicht ewig anhält, wird aber spätestens dann klar, wenn man vom Partner verlassen einsam in den eigenen vier Wänden zurückbleibt und sich Kummer einstellt. Doch für gebrochene Herzen haben Forscher der MedUni Wien eine tröstende Erkenntnis parat: "Liebeskummer ist etwas Gesundes, wenn man ihn zulässt und sich Zeit nimmt, die Trauer und den Schmerz richtig zu verarbeiten", stellt Stephan Doering, Leiter der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der MedUni Wien fest.

"Es ist völlig normal, nach einer Trennung traurig zu sein, den Verlust zu verarbeiten, um danach wieder offen für Neues zu sein." Aus psychoanalytischer Sicht sei es eher bedenklich, wenn man keine Trauer empfindet, das nämlich könnte darauf deuten, dass der Betroffene ein anderes psychisches Problem hat.

Wie lange Liebeskummer anhält, ist völlig unterschiedlich und hängt auch von der Dauer und emotionalen Tiefe der vorangegangenen Beziehung ab. Das kann sich auch über Monate erstrecken.

Psychotherapie hilfreich


Erst, wenn das Liebesleid kein Ende zu nehmen scheint, die Trauer dramatische Züge annimmt und man sich im Kreis dreht, ohne dass eine Bewältigung des Schmerzes stattfindet, und wenn negative Auswirkungen auf Alltag und Job sichtbar werden, kann psychotherapeutische Unterstützung hilfreich sein. Außerdem kann Liebeskummer der Auslöser für andere seelische Erkrankungen sein, wie etwa Depressionen. Aber auch Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen oder Schizophrenie können die Folge sein - allerdings in der Regel nur dann, wenn eine entsprechende Veranlagung besteht.