Bangkok. (dpa) Ein gestresster Elefant kann auf das Mitgefühl seiner Artgenossen zählen: Asiatische Dickhäuter trösten einander. Das berichtete der Tierpsychologe Joshua Plotnik von der Mahidol-Uni in Thailand im Online-Journal "PeerJ". Seine Studie weise erstmals empirisch nach, dass diese Tiere hochintelligent und mitfühlend sind. "Die Studie zeigt, dass Elefanten selbst unruhig werden, wenn sie gestresste Artgenossen sehen, und dass sie auf diese zugehen und sie beruhigen, ähnlich wie Schimpansen oder Menschen es tun", so Plotnik. Auch der Experte Richard Lair kann die Erkenntnisse bestätigen: "Elefanten verhalten sich in Stresssituation ähnlich wie Menschen", sagte der Berater des thailändischen Elefantenschutzzentrums. "Ein Mensch tröstet einen anderen, indem er etwa den Arm um ihn legt und beruhigend auf ihn einredet. Auch Elefanten bieten gestressten Artgenossen Nähe, berühren sich mit dem Rüssel, reiben sich aneinander und machen beruhigende Geräusche."

Oft weibliche Dickhäuter


Das Team um Plotnik hat ein Jahr lang die Reaktionen von 26 Elefanten in einem Reservat in Nordthailand erforscht, etwa auf einen streunenden Hund oder eine Schlange im Gebüsch. "Wenn ein Elefant sich erschreckt, gehen die Ohren hoch, der Schwanz geht in die Luft und er grummelt." In Momenten wie diesen berühre meist ein anderes Tier den erschreckten Artgenossen mit dem Rüssel oder stecke ihm diesen sogar in den Mund - das Elefantenäquivalent zum Handschlag. Besonders weibliche Dickhäuter sind häufig Tröster. Die Zuwendung könne Tage dauern, je nachdem, was den Elefanten aufgewühlt habe. Wenn eine Elefantenkuh ihr Baby verliert, dauern die Stresssymptome länger und auch das tröstende Verhalten. Elefanten zählen neben Primaten und Walen zu den intelligentesten Tieren.