Platos Job im Gesamtsystem ist es, bei rund einer Million relativ nahe gelegenen Sternen Ausschau nach Planeten zu halten. Die Daten sollen ermöglichen, deren Masse und Radius zu berechnen, um Rückschlüsse auf deren Zusammensetzung ziehen. "Die Entdeckungen des ESA-Sonde sollen außerdem dazu beitragen, den Aufbau unseres Sonnensystems mit anderen Planetensystemen zu vergleichen", erklärt Alvaro Giménez, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration. Geleitet wird die Mission vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Und wie wird gemessen? "Heute betreiben wir nicht mehr reine, beschreibende Astronomie, sondern Astrophysik. Wir versuchen, physikalisch zu verstehen, wie der Weltraum und seine Objekte funktionieren", sagt Baumjohann. Satelliten und Sonden im Weltraum beobachten Röntgenlicht, Gammalicht, ultraviolettes und infrarotes Licht, je nach Größe und Entfernung der Objekte und Fragestellung. "Plato" etwa erspäht Planetentransits, so wie "Kepler" es tat. Dabei wird die Verdunkelung gemessen, die ein Planet vor seiner Sonne versursacht. Auflösung und Funktionen der Geräte von "Plato" sind auf Signale ausgerichtet, die auf Erdzwillinge hindeuten. Um aber herauszufinden, ob es dort tatsächlich Leben geben könnte, müssen noch weitere Messungen mit dem "James Webb"-Teleskop der Nasa gemacht werden, das 2018 ins All starten soll. Es soll im Infrarotbereich Planeten-Atmosphären vermessen: Zeichen für Wasser, Sauerstoff oder Methan im Spektrum könnten auf Leben hindeuten.

Austro-Satelliten im All


Mit dem Satelliten "Cheops" hat die ESA auch ihre erste Kleinmission angekündigt. Der "CHaracterizing ExOPlanet Satellite" soll 2017 ins All geschickt werden. Im Unterschied zu "Plato" soll er keine Durchmusterung vornehmen, sondern bekannte, teils vom Boden aus entdeckte Exoplaneten beobachten. Cheops soll eruieren, wie diese in Masse, Radius und Atmosphäre aufgebaut sind, um Rückschlüsse zu ziehen, ob es ein Fels- , Eis- oder Wasserplanet ist. "Der Vorteil der Bobachtung vom All aus ist, dass die Helligkeit keinen Schwankungen durch Turbulenzen in der Atmosphäre unterworfen ist", sagt Baumjohann. Das ILR hat den Instrumentenrechner von "Cheops" konstruiert.

Ein anderes Ziel verfolgen die beiden österreichischen Satelliten "Tugsat-1" und "UniBRITE", die seit einem Jahr im All die Strukturen von hellen, massereichen Sternen erkunden und derzeit erste Zeitreihen heller Objekte im Sternbild Orion aufnehmen. Der Auftrag der beiden etwa fußballgroßen und je rund sieben Kilogramm schweren Nanosatelliten ist es, im rund 800 Kilometer Höhe Daten über Helligkeitsschwankungen massiver, sehr heller Sterne zu sammeln, um Information über ihre Zusammensetzung und ihr Alter zu liefern. Auch sie werden vertieftes Wissen liefern über das Universum, in dem wir leben.