Zürich. Forscher haben zum dritten Mal in Folge die Abwässer in 42 europäischen Städten untersucht und dadurch den Drogenkonsum der Bewohner ermittelt. Bei Kokain halten demnach Antwerpen und Amsterdam (Niederlande) die Spitze. In der Schweiz liegen Basel, Genf, St. Gallen und Zürich weit vorne. In Österreich wurde nicht untersucht.

Die Proben wurden auf Kokain, Amphetamine, Crystal Meth, Cannabis und Ecstasy untersucht, die Resultate im Fachblatt "Addiction" publiziert, wie das Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag mitteilte. Antwerpen landete bei Kokain vor Amsterdam und Zürich auf Platz eins. Berücksichtige man die Drogenreinheit und den Stoffwechsel, seien etwa in Zürich täglich rund 1,6 Kilogramm Kokain konsumiert worden. Offen blieb vorerst, ob eine vergleichsweise hohe Reinheit des Kokains, ein höherer Pro-Kopf-Konsum oder eine größere Konsumentenzahl die Befunde erklären.

Schwankend im Wochenverlauf


Bei Crystal Meth waren Prag und Budweis (Tschechien) sowie Norwegens Hauptstadt Oslo Spitzenreiter. Eindhoven, Utrecht und Amsterdam (Niederlande) lagen bei Ecstasy mit Abstand vorne. Die stärksten Cannabis-Spuren wurden in Novi Sad (Serbien), Amsterdam und Paris entdeckt. Wie zu erwarten, schwankte vor allem der Konsum der Freizeitdroge Ecstasy im Wochenverlauf und nahm am Wochenende stark zu. Einen signifikanten Unterschied gab es diesbezüglich auch bei Kokain.

Der Vorteil der Abwasseranalysen liegt laut Studienmitautor Christoph Ort (Eawag) darin, dass sie viel schneller und häufiger zu vergleichbaren Daten führen als Drogenmonitoring-Programme. Da diese nur geringe Fallzahlen untersuchten, sei aus ihnen schwer zu schließen, wie viele Menschen in einer bestimmten Region innerhalb eines Jahres eine Droge konsumierten.