Oxford. (aoj) Britischen Forschern gelang in einer umfangreichen Studie im Fachmagazin "Alzheimer’s & Dementia" ein entscheidender Schritt. Mithilfe von Bluttests ließ sich bei Studienteilnehmern der Ausbruch der bisher unheilbaren Demenzerkrankung Alzheimer mit hoher Genauigkeit prognostizieren.

Die Forscher der Universität Oxford untersuchten in zwei Testreihen Blutproben von über 1100 gesunden und kranken Menschen in unterschiedlichen Stadien. Etwa 476 der Probanden litten an Alzheimer und 220 an einer Vorstufe der Demenz. Die erste Analyse ergab 16 Proteine, die bereits in früheren Studien mit Alzheimer in Verbindung gebracht worden waren. Bei der zweiten Analyse wurde eine Kombination von zehn Proteinen ermittelt, mit denen sich bei Erkrankten der Beginn von Alzheimer innerhalb eines Jahres mit einer Sicherheit von 87 Prozent vorhersagen lässt.

Hoffen auf Bestätigung


Eine Heilung gibt es bisher nicht. Zu den typischen Symptomen zählen unter anderem fortschreitende Gedächtnisstörungen sowie der allmähliche Verlust des Denkvermögens. Bereits viele Jahre vor der Diagnose wird das Gehirn durch auffällige Eiweißablagerungen beeinträchtigt. Derzeitige Behandlungen zielen auf eine Milderung und Kontrolle der Symptome. Voraussetzung dafür ist eine möglichst frühe Erkennung. Weil die Krankheit meistens erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, schlagen viele medikamentöse Maßnahmen fehl. Ein einfacher Bluttest könnte nun helfen, Alzheimer viel früher zu identifizieren, so die Forscher.

Experten hoffen nun, dass die Ergebnisse in umfangreicheren Studien bestätigt werden. Die derzeitigen Resultate bedeuten nicht, dass ein Bluttest für Alzheimer zu breiter klinischer Anwendung bereits verfügbar ist. Zukünftig sollen die Tests mit bis zu 10.000 Teilnehmern überprüft werden.