London. In China haben Forscher die Überreste des bisher größten vierflügligen Dinosauriers entdeckt - was maßgeblich die Theorie zum Ursprung der Vögel beeinflussen könnte. Das rund 125 Millionen Jahre alte Fossil wurde in der nordöstlichen chinesischen Provinz Liaoning ausgegraben und gehört zu den sogenannten Microraptoren, einer Gruppe von Dinosauriern mit Flügeln. Die Art, zu der die nun gefundenen Überreste zählen, wird wissenschaftlich Changyuraptor yangi genannt. Ob dieser mit seinen Flügeln auch fliegen oder gleiten konnte, ist noch unklar. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.

Der Changyuraptor yangi war, so die Forscher vom National History Museum in Los Angeles und der Stony Brook Universität in New York, rund 1,30 Meter lang und könnte mehr als vier Kilo gewogen haben. Er hatte neben vier flügelähnlichen Gliedmaßen rund 30 Zentimeter lange Schwanzfedern. Das seien die längsten, die bisher bei einem gefiederten Dinosaurier entdeckt worden seien, erklärte Luis Chiappe vom Museum in Los Angeles. "Es ergibt Sinn, dass die größten Microraptoren auch besonders lange Schwanzfedern besitzen - sie benötigen die zusätzliche Kontrolle", erläuterte Michael Habib von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles.

Viele Charakteristiken, die Vögeln zugeordnet würden, hätten sich offenbar bei Dinosauriern entwickelt, "lange bevor Vögel auf der Bühne erschienen sind", erklärte der Forscher Alan Turner dazu. Chiappe erklärte, dass noch weitere Beweise nötig seien, um die Nuancen der Flugfähigkeit von Dinosauriern zu verstehen. Der Changyuraptor yangi sei aber ein "großer Schritt in diese Richtung".