Buenos Aires/Philadelphia. Einen der größten Dinosaurier weltweit haben Forscher in Argentinien entdeckt. 26 Meter lang und etwa 60 Tonnen schwer war der bisher unbekannte Riese, schätzt das internationale Team um Kenneth Lacovara von der Drexel Universität in Philadelphia (USA). Die nicht ganz verwachsenen Knochen im Bereich der Schulterblätter deuten darauf hin, dass das Tier nicht einmal richtig ausgewachsen war. Der pflanzenfressende Sauropode gehörte zur Gruppe der Titanosaurier. Das etwa 66 bis 84 Millionen Jahre alte Skelett sei das am besten erhaltene Exemplar aus dieser Gruppe, das bisher gefunden wurde, schreiben die Forscher im "Nature Scientific Report".

Koloss mit Riesenappetit


"Mit der Körpergröße eines Hauses, dem Gewicht einer Elefantenherde und einem als Waffe einsetzbaren Schwanz dürfte sich Dreadnoughtus vor nichts gefürchtet haben", sagte Lacovara. Die Forscher nannten die Art
Dreadnoughtus schrani, nach den stark gepanzerten Kriegsschiffen zu Anfang des 20. Jahrhunderts und einem Sponsor der Ausgrabungen. Während von anderen Titanosauriern nur jeweils einzelne Knochen gefunden wurden, ist das neue Skelett zu über 45 Prozent vollständig, bezogen auf den Körper sogar zu über 70 Prozent. Es fehlen nur viele Halswirbel und große Teile des Kopfes. Um so groß zu werden, mussten die Tiere riesige Mengen an Pflanzen vertilgen. Sie standen vermutlich sehr lange an einem Platz und balancierten ihren elf Meter langen Hals mit dem neun Meter langen Schwanz aus. "Ohne ihre Füße zu bewegen, konnten sie so eine riesige Menge Blätter und Farne erreichen", sagte Lacovara.

Die Knochen wurden zwischen 2005 und 2009 in Patagonien entdeckt und werden derzeit noch in Philadelphia untersucht. 2015 sollen sie ins Museo Padre Molina in Rio Gallegas (Argentinien) nahe dem Fundort zurückkehren.