Die Raumsonde "Maven" erreichte ihr Ziel. - © ap/Nasa
Die Raumsonde "Maven" erreichte ihr Ziel. - © ap/Nasa

Washington/Wien. (gral) Neben den beiden Forschungsrobotern "Opportunity" und "Curiosity" und einigen anderen Orbitern, die um den Planeten kreisen, gesellte sich am Montag auch die Nasa-Sonde "Maven" zu den Erkundlern des Mars. Ein Jahr lang soll sie erforschen, warum die dortige Atmosphäre gar so unwirtlich ist.

"Ich hoffe, ,Maven‘ entwickelt sich zur Mission der Entdeckungen, die uns fundamentale neue Einblicke in die heutige Mars-Umwelt gibt und wie sich diese über die Zeit entwickelt hat", betonte Forschungsleiter Bruce Jakosky von der University of Colorado.

Heutzutage ist der Luftdruck der Marsatmosphäre so niedrig, dass Wasser an der Oberfläche sofort weichen würde. Die Wissenschafter erhoffen sich, mit neuen Daten bessere Modelle für künftige und vergangene Klimakonditionen auf dem Mars entwickeln zu können. Denn Spuren auf der Oberfläche deuten darauf hin, dass es dort einmal Flüsse und Seen gegeben haben könnte. Nicht immer sei das Klima so trocken und kalt gewesen, mutmaßen die Forscher. Auch hätte die Atmosphäre dichter sein müssen.

Die Marsumgebung besteht zu rund 95 Prozent aus Kohlenstoffdioxid. Der atmosphärische Druck beträgt lediglich 0,6 Prozent jenes Drucks, der auf die Erdoberfläche einwirkt.

Geschäftige Zeiten


"Maven" war im November 2013 an Bord einer Atlas-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ins All geschickt worden und hat seitdem 711 Millionen Kilometer zurückgelegt. Nasa-Forscher wollen die Instrumente an Bord in den nächsten sechs Wochen testen, um sie dann in ihre endgültige Umlaufbahn zu bringen. Die Sonde wird den Roten Planeten in einem Abstand von 150 bis 6000 Kilometern umkreisen.

Doch auf den Mars kommen noch geschäftigere Zeiten als bisher zu, denn schon am Mittwoch folgt eine Raumsonde aus Indien. Auch "Mangalyaan" (Mars Orbiter Mission) soll mit ihren Geräten an Bord die Atmosphäre und die Oberfläche des Himmelskörpers studieren. Sie ist die erste der aufstrebenden Weltraumnation. Bisher erreichten nur die USA, die damalige UdSSR und die Europäische Union den Roten Planeten.

Mitte Oktober wird es für die Erkundler zu einer mitunter harten Bewährungsprobe kommen. Denn dann könnte es zum "stärksten Meteorschauer aller Zeiten" kommen, betont der US-Planetenforscher Bill Cooke. Der Komet "Siding Spring" wird am 19. Oktober am Mars vorbeirasen und könnte mit zahlreichen Trümmerstückchen die Gerätschaften gefährden.

Komet "Siding Spring"


Astronomen sehen die Lage hingegen nicht ganz so ernst und rechnen vorwiegend mit polarlichterähnlichen Leuchterscheinungen, die anzeigen, wo die Kometenmaterie auf die Lufthülle des Planeten trifft. Das Naturschauspiel könnte den Forschern jedoch weitere Hinweise darauf geben, wie der Mars im Laufe der Jahre seine dichte Lufthülle verloren hat.

Die Raumsonde "Maven" werde "außerdem Informationen für eine künftige, bemannte Mars-Mission in den 2030er Jahren liefern", betonte Nasa-Chef Charles Bolden.