Wien, Spittal/Drau, Rom. Weite Teile Europas versinken derzeit in einem Unwetter-Chaos. In der Steiermark und in Kärnten warnten die Behörden vor Hochwasser, Schnee sorgte für Chaos am Brenner, Rom versinkt bereits im Regen und in Deutschland und der Schweiz hat der erste Schnee Einzug gehalten. Die heftigen Regenfälle in Oberkärnten haben im Mölltal einen Steinschlag ausgelöst, die Mölltalstraße (B106) musste am Donnerstag deshalb gesperrt werden. Vom Danielsberg in der Gemeinde Reißeck (Bezirk Spittal) hatten sich zahlreiche Felsbrocken gelöst und waren auf die Straße gestürzt. Verletzt wurde niemand.

Eine Begehung der Abbruchstelle durch den Landesgeologen, Experten der Wildbachverbauung und Mitarbeiter des Straßenbauamts Spittal ergab, dass weitere Steinschläge zu erwarten sind, die Sperre war daher unvermeidlich. Für Pkw wurden zwei lokale Umleitungen eingerichtet, Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht müssen großräumig über das Drautal ausweichen. Über die Dauer der Sperre gab es vorerst keine Angaben.

Rom im Regen
Sintflutartige Niederschläge in Rom, Schnee am Brenner und Überschwemmungen in Friaul: Schwere Unwetter haben in Italien erhebliche Schäden angerichtet. Besonders betroffen war am Donnerstag Rom. Die italienische Hauptstadt Rom war durch starke Niederschläge lahmgelegt.

Nach stundenlangen Gewittern kam es in der Ewigen Stadt zu erheblichen Verkehrsproblemen. Einige U-Bahn-Stationen wurden wegen Überschwemmungen geschlossen. Gehsteige standen teilweise mehrere Zentimeter hoch unter Wasser. Die Behörden ordneten die Schließung der Schulen an. Auch Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum blieben zur Enttäuschung der Touristen geschlossen. Die Menschen wurden aufgerufen, möglichst in ihren Häusern zu bleiben und nicht das Auto zu benutzten. Wegen des schlechten Wetters konnten sechs Maschinen nicht am Flughafen Rom-Ciampino landen und wurden nach Rom-Fiumicino umgeleitet.

Überflutungen
In der Region Friaul Julisch Venetien sind mehrere Flüsse über die Ufer getreten. Straßen waren durch Überschwemmungen und Erdrutsche blockiert, berichteten italienische Medien.

Auch Südtirol hatte mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Zu Verkehrsproblemen kam es wegen Schneefällen am Brenner. Am Flughafen Bozen wurden laut Ansa einige Flüge gestrichen. Auch im Trentino schneite es. Teile Venedigs standen nach Regenfällen unter Wasser.

In Ligurien war die Verkehrsachse Aurelia zwischen Sestri Levante und Moneglia nahe Genua durch Gerölllawinen blockiert. Die ganze Region Ligurien war weiterhin von Überschwemmungen und Sturm belastet. In der Toskana entspannte sich nach den Unwettern vom Mittwoch dagegen die Lage etwas.

Die Schlechtwetterfront hatte auch Auswirkungen in Süditalien, wo die höchste Alarmstufe galt. Die Fährverbindungen zwischen Sizilien und den Äolischen Inseln waren wegen Sturms unterbrochen. Meteorologen erklärten, die heftigen Niederschläge seien eine Folge der ungewöhnlich hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen. Mit weiteren Niederschlägen sei bis Sonntag zu rechnen.

Bei den jüngsten schweren Unwettern Mitte Oktober waren in Norditalien mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Kleine Flüsse verwandeln sich in relativ kurzer Zeit in reißende Ströme und werden oft zu tödlichen Fallen. Die Schäden gingen in die Millionen.