Washington. Mithilfe von 3D-Bildern haben Wissenschafter in den USA die möglichen Schwachstellen des Ebola-Virus entdeckt. Die Studie liefert nach Angaben der Autoren Erkenntnisse darüber, an welchen Stellen des Ebola-Virus das Medikament ZMapp wirkt. Der Antikörper-Cocktail ist ein experimentelles Medikament. Bevor es kommerziell genutzt werden kann, bedarf es weiterer Forschung. Mangels Alternativen wurde ZMapp aber bereits bei Ebola-Patienten eingesetzt.

Die 3D-Bilder zeigten exakt, auf welche Stellen des Virus Antikörper oder andere Medikamente zielen müssten, erläuterte die Biologin Erica Ollmann Saphire vom Scripps-Institut in Kalifornien die im Fachblatt "PNAS" publizierten Ergebnisse. "Jetzt können wir schauen, wie andere experimentelle antivirale Medikamente sich verhalten und versuchen, effizientere Cocktails zu mischen."

Mehr als 5100 Tote


Mehrere Ebola-Patienten, die mit ZMapp behandelt wurden, überlebten die Krankheit. Noch ist aber unklar, welche Rolle es bei der Heilung gespielt hat. Wie die Forscher erläutern, hindert ZMapp das Virus am Eintreten in die Zellen und warnt das Immunsystem vor dem Erreger, indem es eine antivirale Reaktion auslöst. Die Stellen, an denen ZMapp wirkt, sind laut Studie nicht von den genetischen Veränderungen betroffen, welche das Ebola-Virus schon durchlaufen hat.

Die aktuelle Studie wurde von einem Forschungsverbund vorgenommen, der im Auftrag der US-Gesundheitsbehörden nach einem Medikament gegen Ebola sucht. Die Wissenschafter testen Antikörper, die aus 25 Laboren weltweit stammen. Als Nächstes sollen Antikörper untersucht werden, die Überlebende der Krankheit entwickelt haben. Laut WHO sind in diesem Jahr bereits mehr als 5100 Menschen in acht Ländern an dem hämorrhagischen Fieber gestorben.