Wien/Stanford. (gral) Wie gut unser Immunsystem seine Aufgabe erfüllt, hängt vielmehr von der Umwelt als von der erblichen Veranlagung ab, wie Forscher der Stanford University School of Medicine in einer Studie mit Zwillingen herausgefunden haben. Das köpereigene Abwehrsystem passe sich im Laufe unseres Lebens an, um gegen Krankheiten anzukämpfen, erklärt der Immunologe Mark Davis, im Fachblatt "Cell". Während Kleinkinder sich noch mehr von den elterlichen Erbanlagen beeinflusst zeigen, nimmt dieser genetische Einfluss mit dem Alter nach und nach ab.

Auch Stress schlägt sich nieder


Die Forscher untersuchten Blutproben von 78 eineiigen - sie sind zu 100 Prozent genetisch ident - und 27 zweieiigen Zwillingspaaren im Alter zwischen 8 und 82 Jahren auf unterschiedliche Werte des Immunsystems. Bei drei Viertel der Messungen zeigten sich mehr Einflüsse durch äußere Faktoren, wie vorhergehende Infektionen, Impfungen oder Ernährung. Diese äußeren Einflüsse waren bei älteren Zwillingen wesentlich ausgeprägter als bei jüngeren, wo das Immunsystem erst zu reifen begonnen hatte. So zeigte sich bei den jüngsten eineiigen Zwillingen viel mehr Ähnlichkeit als bei den ältesten. Immerhin lebten letztere viele Jahre getrennt und hatten unterschiedliche Belastungen.

Die aktuelle Studie bietet keine gesundheitlichen Ratschläge, wie wir unser Immunsystem positiv beeinflussen können. Klar ist jedoch, dass nicht nur Krankheiten und Ernährung unser Immunsystem beeinflussen. Immer wieder betonen Experten, dass sich auch Stress, vor allem chronischer, äußerst negativ auf unsere wichtigste körpereigene Abwehr auswirkt. Viel Positives trägt die Sonne dazu bei. Sie erzeugt im Körper über die Haut Vitamin D3, das massiv das Immunsystem unterstützt.