Wien. (gral) Hitzewallungen, Schweißausbrüche, depressive Verstimmungen. Unter Beschwerden wie diesen leiden zwei von drei Frauen um das 50. Lebensjahr - nämlich dann, wenn die Wechseljahre einsetzen. Ein gesunder Lebensstil und Pflanzeninhaltsstoffe wie Isoflavone können hier Abhilfe schaffen, wie Experten am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz betonten.

"Wir wissen heute sehr gut darüber Bescheid, welche Hauptfaktoren dazu führen, dass Frauen an Wechseljahresbeschwerden leiden: zu viel Fett, Zucker und Salz einerseits und zu wenig Bewegung andererseits", erklärte der Gynäkologe Markus Metka von der MedUni Wien. Mit einer Modifikation des Lebensstils seien die Beschwerden oft in den Griff zu bekommen, betonte Hormonspezialist Johannes Huber. Aber auch Isoflavone würden aus klinischer Sicht eine gute Evidenz bieten. Sie gehören zur Gruppe der bestuntersuchten Pflanzeninhaltsstoffe und werden vorwiegend aus Soja und Rotklee isoliert.

Krebsschutzeffekte


Lange wurde untersucht, wie sich die geschlechtshormonelle Wirkung dieser Phytoöstrogene auf den menschlichen Körper auswirkt. Mindestens 45 Studien mit mehr als 500.000 Frauen, die isoflavonhaltige Sojazubereitungen zu sich nahmen, zeigten Krebsschutzeffekte oder das Fehlen von krebsinduzierenden Effekten, so die aktuell vorgelegten Daten. Demnach würden hohe Isoflavonspiegel im Blut mit einem niedrigen Brustkrebsrisiko korrelieren. Mindestens die Hälfte der Menopausenbeschwerden könnten damit beseitigt werden.

Huber sieht dennoch eine Hormonersatztherapie als wertvolle Option, sollte mit einer Lebensstiländerung und Isoflavonen kein Auslangen gefunden werden. Zu Unrecht würde sie als schädlicher als Psychopharmaka, Schlafmittel sowie Blutdruck- und Cholesterinsenker gelten.