Mainz. (dpa) Einige Dinosaurier konnten ihre Körpertemperatur möglicherweise aktiv mithilfe ihres Stoffwechsels regulieren. Das haben Wissenschafter bei der Untersuchung von fossilen Dino-Eiern herausgefunden, die etwa 70 bis 80 Millionen Jahre alt waren. Einige der Tiere waren demnach in der Lage, ihre Körpertemperatur von innen heraus deutlich über die Umgebungstemperatur anzuheben, so Forscher im Fachblatt "Nature Communications".

Die meisten heute lebenden Tiere wie Reptilien, Amphibien oder Fische sind wechselwarm. Ihre Temperatur hängt von der Umgebung ab und schwankt deshalb stark. Fachleute nennen das ektotherm. Viele wärmen sich morgens in der Sonne auf, um ihre körperliche Aktivität erhöhen zu können. Andere sind gleichwarm oder endotherm. Sie regulieren ihre Temperatur von innen über den Stoffwechsel. Säugetiere, aber auch Vögel zählen dazu.

Innerer Temperaturregulator


Zu welcher Gruppe die Dinos gehörten, ist bisher unklar. Einige Experten denken, dass sie dazwischen liegen könnten - eine Theorie, die von der Untersuchung der Forscher um Robert Eagle von der University of California in Los Angeles gestützt wird. "Sie waren vermutlich ein Mittelding, irgendwo zwischen modernen Alligatoren und Krokodilen und den modernen Vögeln", so Eagle.

Bei den großen Sauropoden lag die Temperatur bei etwa 38 Grad, berichten Forscher von der Uni Mainz. Die kleineren, vogelähnlichen, Oviraptorosauria kamen ihnen zufolge auf deutlich niedrigere 32 Grad. Das ist aber rund sechs Grad wärmer als die damalige Durchschnittstemperatur im Sommer. Die Forscher vermuten deshalb, dass die Tiere die Temperatur regulieren konnten. Sie hatten Eierschalen von Titanosauriern aus Argentinien und von Oviraptorosauria aus der Mongolei analysiert und nutzten eine Art chemisches Thermometer.