Wien. (ski) Wiener Physiker konnten zeigen, dass sie nicht nur Quanteninformation mithilfe verschränkter Teilchen über 143 Kilometer teleportieren können. Sie schickten nun sogar die von Einstein "spukhafte Fernwirkung" genannte Verschränkung selbst unbeschadet auf die Reise und schilderten ihre Arbeit Richtung Quanteninternet im Journal "Pnas".

In der Quantenphysik können zwei Teilchen in einem bestimmten Zustand wie durch Zauberhand über beliebig große Distanzen miteinander verbunden bleiben. Dieses Phänomen nützen Experten, um Information von einem Photon auf das mit ihm verschränkte Lichtteilchen an einem anderen Ort zu übertragen - man nennt das Teleportation. In diesem Feld sind die Forscher um Anton Zeilinger und Rupert Ursin von der Uni Wien und dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) weltweite Vorreiter.

Vorarbeiten für Quanteninternet


Ihnen geht es neben Forschung auch um handfeste Anwendungen. So ist mithilfe der Verschränkung die absolut abhörsichere Verschlüsselung von Daten möglich. Auch ein zukünftiges Datennetzwerk könnte auf der Übertragung von Quanteninformation basieren, wäre dann also ein Quanteninternet. Einen "Quantenrepeater", der zum Teleportieren einer Verschränkung nötig ist, haben die Wissenschafter nun zwischen Stationen der Europäischen Nordsternwarte auf den Kanaren-Inseln La Palma und Teneriffa realisiert. Die Übertragung über die Distanz von 143 Kilometern funktionierte.

In einem weiteren Experiment sendeten die Wiener Physiker verschränkte Photonen drei Kilometer über die Dächer Wiens und konnten zeigen, dass verschränkte Photonen mehr Information tragen können als bisher gedacht. "Für ein künftiges Quanteninternet - von dem ich überzeigt bin, dass es kommt - sind dies wichtige Arbeiten", erklärte Anton Zeilinger.