Es ist nicht leicht, das Älterwerden zu verstehen. Das zeigt zumindest die Arbeit von Alternsforschern. Um den Prozess zu untersuchen, benötigen sie ziemlich exotische Studienobjekte: Plattwürmer, Rundwürmer, Hefen, Fliegen oder Nacktmulle haben zwar bemerkenswerte Regenerationsfähigkeiten, aber evolutionsbiologisch wenig mit dem Menschen gemeinsam. Deutsche Alternsforscher bezeichnen daher nun den Türkisen Prachtgrundkärpfling, dessen Genom sie isoliert haben, als "Meilenstein" der Versuchstiere. Der kleine, bunt schillernde Schuppenträger aus Simbabwe lebt vier bis 12 Monate. Ein paar Aquarien voller Exemplare bieten einen Querschnitt der Alterung - als würde man dem Älterwerden im Zeitraffer zusehen.

Dass allerdings auch der Wasserbewohner mit dem wissenschaftlichen Namen Nothobranchius furzeri (sic!) dem Homo sapiens alles andere als ähnlich sieht, zeigt die Größe des Willens im Vergleich zu den Möglichkeiten. Denn die Sehnsucht nach längerem Leben und anhaltender Jugend ist so groß, dass der Mensch sie unbedingt erreichen will. Er verordnet sich Fitnesstrainings, macht Diäten, legt sich unters Messer - und hofft auf den Fortschritt. Sogar das Genom einer Qualle, die nicht zu altern scheint, wurde untersucht, konnte aber noch nicht in einen Jungbrunnen für die Menschheit verwandelt werden. Denn die Alterung ist ein komplexer Prozess, ihm entgegenzuwirken fast ein Kampf gegen Windmühlen, denn eine Vielzahl von Genen und auch die Umwelt spielen mit. Dennoch suchen wir nach der ewigen Jugend zu Recht. Denn wer, der das Leben liebt, hat nicht noch viel im Leben zu tun?